Dürre in Baden-Württemberg: Bauern fehlt Futter und Wasser
- Die Bauern sprechen in vielen Bereichen von einem weit unterdurchschnittlichen Jahr.(Symbolbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Remseck. Die Dürre setzt der regionalen Lebensmittelproduktion in Baden-Württemberg zu, das wurde bei der Erntebilanz in Remseck bei Stuttgart deutlich. Nach Einschätzung des Landesbauernverbands Baden-Württemberg bringen wochenlange Trockenheit und Hitze viele Höfe in ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten.
„Die Dürre trifft unsere Landwirtschaft mit voller Wucht“, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied. Auf vielen Betrieben fehle seit Monaten Wasser. Auch die jüngsten Regenfälle hätten die Lage aus Sicht des Verbands nicht entspannt. „Zehn Zentimeter Niederschläge, da ist es weiter unten im Boden noch knochentrocken“, sagte Rukwied. Zusätzlich belasteten anhaltende Probleme mit der Bürokratie viele Betriebe.
Ernte sinkt bei wichtigen Kulturen
Vor allem bei Weizen, Raps und Sommergerste seien die Erträge zurückgegangen. Auch Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben hätten unter dem wochenlangen Wassermangel gelitten. Insgesamt erwartet der Verband eine Getreideernte von 2,57 Millionen Tonnen.
Zu den wichtigsten Zahlen der Erntebilanz gehören:
- Beim Winterweizen wurden 67,2 Dezitonnen je Hektar geerntet.
- Das liegt rund 8 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre.
- Bei mehreren Kulturen meldet der Verband spürbare Ertragseinbußen.
Tierhalter brauchen schon Wintervorräte
Besonders angespannt ist die Lage laut Verband für Betriebe mit Tieren. Auf Wiesen und Weiden wachse seit dem zweiten Schnitt kaum noch Futter nach. Landesweit fehlten mindestens 30 bis 40 Prozent Futter, in manchen Gegenden sogar die Hälfte.
Viele Betriebe verfütterten deshalb bereits Vorräte für den Winter. Einige brächten Tiere früher als geplant zum Schlachthof. Heu, Öhmd und Stroh seien knapp und teils rund 50 Prozent teurer als im vergangenen Jahr.
Verband fordert schnelle Hilfen
Der Bauernverband begrüßt geplante Hilfen des Landes, fordert vom Bund aber ein Sofortprogramm. Genannt werden mehr Düngemittelhilfen, frühere Direktzahlungen und eine niedrigere Dieselsteuer. Langfristig verlangt der Verband eine bessere Absicherung gegen Wetterextreme. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |