Drohende Schließung in Neckarsulm: Özdemir warnt vor Willkür
- Cem Özdemir plädiert an die VW-Führung: Schaut euch die Zahlen an und entscheidet nicht nach politischen Fragen.
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Neckarsulm. Für Beschäftigte, Zulieferer und die Region wächst die Unsicherheit rund um das Audi-Werk in Neckarsulm: Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir sieht eine mögliche Schließung des Standorts nicht durch die Kostenlage gedeckt.
Der Grünen-Politiker verglich am Rande eines Werksbesuchs die Produktionskosten verschiedener deutscher VW-Werke. Neckarsulm müsse sich bei der Kostenstruktur im Vergleich mit Wolfsburg „nicht verstecken“, sagte Özdemir. Einseitige Sparpläne zulasten des Standorts seien deshalb „betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen“. Eine solche Entscheidung wäre aus seiner Sicht „eine rein politische Entscheidung der Willkür“.
Özdemir verweist auf Wolfsburg und Niedersachsen
Der Ministerpräsident kritisierte, bei der Standortfrage gehe es offenbar nicht nur um Betriebswirtschaft, sondern auch um Politik. Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern und gilt als zweitmächtigster Aktionär. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg sitzen im Aufsichtsrat.
„Also muss die Politik auch diesen Standort hier verteidigen, damit im Gesamtkonzerngefüge Baden-Württemberg und Neckarsulm nicht zurückfällt gegenüber anderen“, sagte Özdemir. Sein Plädoyer an den Konzern lautet, auf die Zahlen zu schauen und nicht nach politischen Fragen zu entscheiden.
Was der VW-Sparplan für Neckarsulm bedeutet
Hintergrund ist der Sparplan, auf den sich der VW-Aufsichtsrat vor knapp zwei Wochen geeinigt hatte. Weltweit sollen 50.000 weitere Stellen im Konzern wegfallen. Neben Neckarsulm droht auch den Standorten Emden, Zwickau und Hannover die Schließung.
Für diese Werke könne derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung mit Beginn zwischen Anfang und Mitte der 2030er Jahre gewährleistet werden. VW prüft deshalb nach Angaben aus dem Sparplan auch alternative Verwendungsmöglichkeiten für die Standorte. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |