DB prämiert Bahn-Bau in Berlin: Kürzere Sperrungen geplant
- Die Deutsche Bahn zeichnet neue Methoden für modularen Bahnbau aus. Vorgefertigte Bauteile sollen Gleis-, Tunnel- und Brückenarbeiten künftig beschleunigen und Sperrungen verkürzen.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Pablo Castagnola
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Berlin. In Berlin hat die Deutsche Bahn neue modulare Bauverfahren ausgezeichnet, die künftige Sperrungen bei Gleis-, Tunnel- und Brückenarbeiten verkürzen sollen. Die Entscheidung fiel auf der Fachmesse InnoTrans am Mittwoch, 23. September. Für Reisende wäre das vor allem dann spürbar, wenn Baustellen künftig weniger lange dauern und Fahrpläne stabiler bleiben.
Warum die Auszeichnung für Reisende wichtig ist
Wenn Strecken erneuert werden, bedeuten lange Sperrungen oft Umwege, Ersatzverkehr und verpasste Anschlüsse. Die prämierten Verfahren setzen auf industriell vorgefertigte Bauteile. Sie sollen schneller eingebaut werden und Arbeiten besser planbar machen. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, fehlen einzelnen Innovationen noch Betriebserprobungen in Praxisprojekten und die nötigen Genehmigungen für den Einsatz in kritischer Infrastruktur.
FAST-System gewinnt Innovationspreis
Gewinner des DB Supplier Innovation Award 2026 ist die Salcef Bau GmbH mit dem FAST-System. Das Verfahren soll Umbauarbeiten beschleunigen, ohne den Bahnbetrieb vollständig zu unterbrechen. Dafür soll der klassische Schotteroberbau durch ein Feste-Fahrbahn-System ersetzt werden. Als Basis dienen unter anderem vorgefertigte Gleistragplatten.
DB-Finanzvorstand Michael Obrowski erklärte, die Bahn habe besonders überzeugt, dass Bauprozesse grundlegend neu gedacht würden. Durch vorgefertigte Komponenten, parallel laufende Abläufe und ein integriertes Bauverfahren könnten Sperrungen künftig kürzer und weniger umfangreich ausfallen. Zugleich müsse sich die Bauweise wirtschaftlich bewähren.
Module für Tunnel und Brücken
Auch die Finalisten setzen auf Vorfertigung. Die Max Bögl Stiftung und Co. KG erhielt eine Auszeichnung für eine Tunnel-Modul-Bauweise. Dabei werden Beton-Innenschalen für Tunnel nicht mehr vor Ort hergestellt, sondern industriell vorbereitet. Das spart Zeit am Gleis, weil Beton während der Arbeiten nicht mehr aushärten muss.
Ramboll Deutschland GmbH und Laing O’Rourke wurden für ein flexibel vorgefertigtes Widerlagersystem für den Brückenbau prämiert. Solche Bauteile können helfen, Arbeiten an Brücken besser zu takten und die Zeit auf der Baustelle zu verringern.
Karlsruher Institut begleitete Auswahl
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe begleitete das Auswahlverfahren wissenschaftlich. Bewertet wurden unter anderem Neuigkeitsgrad, Einzigartigkeit, Mehrwert, Ergebnisbeitrag sowie Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Damit soll sichergestellt werden, dass nicht nur Tempo zählt, sondern auch Qualität und Wirtschaftlichkeit.
Modulare Bauweisen gelten bei der Bahn als ein möglicher Hebel für planbarere Baustellen. Vorteile sieht der Konzern vor allem bei Bauzeit, Qualität, Kostenkontrolle und Arbeitsbedingungen. Für Fahrgäste zählt am Ende, ob weniger lange Streckensperrungen und verlässlichere Fahrpläne entstehen.
Diese Lieferanten wurden außerdem geehrt
Neben dem Innovationspreis zeichnete die Deutsche Bahn ihre besten Lieferanten des Jahres in drei Kategorien aus. Dabei spielte neben fachlicher Leistung auch Zuverlässigkeit eine große Rolle. Ein stabiles Lieferantennetzwerk gilt für den Konzern als Voraussetzung, um den Bahnbetrieb langfristig robuster zu machen.
- Schienenfahrzeuge und Schienenfahrzeugteile: Die Bonatrans Group wurde für Termintreue, Wettbewerbsstärke und Kundenorientierung ausgezeichnet.
- Allgemeine Bedarfe und Leistungen: Global Display Solutions erhielt die Auszeichnung für robuste Anzeigesysteme an Bahnhöfen.
- Infrastruktur: Pan Dacom Direkt GmbH wurde als zuverlässiger Partner für Telekommunikations- und Netzwerkinfrastruktur geehrt.
Die DB-Lieferantenprädikate wurden 2026 zum zwölften Mal vergeben. Der DB Supplier Innovation Award wurde zum sechsten Mal verliehen. Für den Innovationspreis können sich auch Unternehmen bewerben, die bislang keine Lieferanten der Deutschen Bahn sind.
Bis die ausgezeichneten Bauverfahren regulär eingesetzt werden, sind weitere Prüfungen nötig. Nach Abschluss der Tests und Genehmigungen sieht die Bahn nach eigenen Angaben gute Chancen, dass die Neuheiten in Projekten angewendet werden.
Autor:Verkehr im Südwesten: Auto, Bahn & Baustellen aus Mannheim |