Chefwechsel bei Bosch in Stuttgart: Christian Fischer übernimmt

Christian Fischer rückt an die Spitze von Bosch. (Archivbild)  | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Stuttgart. Beim Technologiekonzern Bosch steht ein bedeutender Führungswechsel an. Am Dienstag, 1. Juli, übernimmt Christian Fischer die Leitung des weltweit größten Autozulieferers und wird damit erst der achte Chef in der Geschichte des Unternehmens nach Gründer Robert Bosch.

Der 58 Jahre alte gebürtige Hamburger gilt im Konzern als erfahrener Stratege. Anders als viele frühere Spitzenmanager ist Fischer kein Ingenieur, sondern Volkswirt. Er steht vor großen Aufgaben. Bosch kämpft derzeit mit einer schwachen Konjunktur und Problemen in mehreren Geschäftsbereichen.

Viele Verbraucher halten sich wegen der wirtschaftlichen Lage beim Kauf von Produkten zurück. Das betrifft unter anderem Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte. Damit geraten wichtige Geschäftsfelder des Konzerns unter Druck.

Studium und Promotion in Stuttgart

Fischer ist eng mit der Region verbunden. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim in Stuttgart und promovierte dort. Der verheiratete Vater von zwei Töchtern begann seine Karriere zunächst als Trainee bei Bosch.

Später wechselte er unter anderem zum Beratungsunternehmen Roland Berger sowie zu Walter Bau und Smartrac. Im Jahr 2018 kehrte Fischer zu Bosch zurück und zog direkt in die Geschäftsführung ein. Seit Januar 2022 ist er stellvertretender Konzernchef und verantwortet unter anderem Konsumgüter, strategische Wachstumsinitiativen und das Afrika Geschäft.

Größte Übernahme der Firmengeschichte begleitet

Zu seinen wichtigsten Projekten zählt der Zukauf des Heizungs, Lüftungs und Klimageschäfts von Johnson Controls und Hitachi. Die Übernahme gilt als größte Akquisition in der Geschichte von Bosch und als wichtiger Schritt für künftige Wachstumsfelder.

Aufsichtsratschef Stefan Asenkerschbaumer bescheinigt Fischer strategisches Denken, unternehmerisches Handeln und eine langfristige Perspektive für den Konzern.

Tausende Stellen sollen wegfallen

Die wirtschaftliche Lage zwingt Bosch gleichzeitig zu Einschnitten. Nach Unternehmensangaben ist der Konzern in mehreren Bereichen nicht mehr ausreichend wettbewerbsfähig. Deshalb werden Strukturen und Personal reduziert.

Allein in der Autozuliefersparte könnten in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Arbeitsplätze wegfallen. Weitere Sparprogramme betreffen unter anderem die Hausgerätetochter BSH und den Bereich Elektrowerkzeuge.

Fischer kündigte an, den Umbau des Unternehmens entschlossen voranzutreiben. Entscheidungen müssten schneller getroffen und Innovationen rasch in Produkte und Märkte gebracht werden. „Ich bin überzeugt, das wird uns bei Bosch auch in Zukunft gelingen.“ dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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