Agrarhandel unter Druck: ZG Raiffeisen rechnet dennoch mit mehr Gewinn

Die ZG Raiffeisen legt Jahreszahlen vor. (Archivbild) | Foto: Uli Deck/dpa
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Karlsruhe. Steigende Kosten und vorsichtigere Ausgaben in der Landwirtschaft wirken sich aktuell auf den Agrarhandel aus. Beim Karlsruher Konzern ZG Raiffeisen wird etwa weniger Tierfutter produziert. Trotzdem rechnet das Unternehmen für das laufende Jahr mit deutlich besseren Geschäftszahlen.

Im ersten Quartal lag die Produktion von Tiernahrung rund drei Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Viele landwirtschaftliche Betriebe hielten sich derzeit mit Ausgaben zurück, erklärte Vorstand Holger Löbbert in Karlsruhe.

Auch im Heimtierbereich zeigen sich Veränderungen. Zwar stieg zuletzt der Absatz von Futter für Hunde und Katzen. Bei Futter für Wildvögel gab es jedoch keinen Zuwachs. Laut Vorstand Lukas Roßhart sparen Verbraucher eher bei Produkten, die nicht unbedingt notwendig sind. Das Gartengeschäft entwickelte sich ebenfalls leicht rückläufig.

Positive Prognose nach schwachem Jahr

Trotz der Rückgänge blickt die Genossenschaft optimistisch auf das laufende Jahr. Der Jahresüberschuss könnte nach Angaben des Vorstands auf etwa 5,7 Millionen Euro steigen. Im Vorjahr lag er noch bei rund 1,5 Millionen Euro.

Der Umsatz ging zuletzt leicht zurück. Innerhalb eines Jahres sank er um rund 1,4 Prozent auf etwa 1,35 Milliarden Euro.

ZG Raiffeisen reagierte unter anderem mit strukturellen Änderungen. Fünf wirtschaftlich schwache Märkte wurden geschlossen. Gleichzeitig setzt die Gruppe stärker auf neue Geschäftsfelder wie

  • energetische Sanierung
  • Regenwasser Management
  • Photovoltaik Lösungen

Zusätzliche Impulse erhofft sich das Unternehmen von einer möglichen Belebung der Baukonjunktur.

Höhere Preise durch Nahost Konflikt

Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich auch auf wichtige Betriebsmittel aus. Besonders Dünger und Diesel seien deutlich teurer geworden, sagte Löbbert. Lieferengpässe werden derzeit jedoch nicht erwartet.

Die Preise für landwirtschaftliche Produkte wie Getreide oder Ölsaaten etwa Raps sind dagegen nur moderat gestiegen. Dadurch stehen viele Betriebe und auch Handelsunternehmen unter erheblichem Kostendruck.

Um unabhängiger vom schwankenden Neumaschinengeschäft zu werden, baut ZG Raiffeisen außerdem Serviceangebote aus. Vor allem Werkstätten und Ersatzteile für Landtechnik seien stark gefragt.

Die Genossenschaft beschäftigt rund 2000 Menschen. Zum Netzwerk gehören

  • knapp 50 Technik Werkstätten
  • 65 Raiffeisen Märkte
  • fast 100 Niederlassungen für Baustoff Energie und Agrar

Das Unternehmen ist vor allem in Baden, Rheinland Pfalz und im Elsass aktiv. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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