Abschreibung bei Porsche in Stuttgart: VW kappt Gewinnziel

Bei Volkswagen läuft es schlechter als erwartet. (Archivbild) | Foto: Moritz Frankenberg/dpa
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Wolfsburg/Stuttgart. Für Anleger und Beschäftigte von Volkswagen wird der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr deutlich schwächer: Der Autobauer senkt wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf Porsche, schwacher Geschäfte in China und weiterer Umbaukosten seine Gewinnprognose.

VW rechnet nun damit, dass vom Umsatz höchstens ein Prozent als operativer Gewinn übrig bleibt. Bisher hatte der Konzern eine operative Umsatzrendite von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet. Im Vorjahr lag der Wert bei 2,8 Prozent.

Warum VW beim Gewinn vorsichtiger wird

Die niedrigere Prognose hängt nach Konzernangaben vor allem mit einem schwierigeren Marktumfeld zusammen. Besonders China belastet Volkswagen. Dort läuft das Geschäft schwächer, zugleich verschiebt sich die Nachfrage schneller in Richtung E-Autos.

Für den Konzern ist das finanziell anspruchsvoll. Mit E-Autos verdient Volkswagen derzeit weniger als mit Verbrenner-Modellen. Die Entwicklung bleibe deshalb hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, besonders bei Audi und der Marke Volkswagen Pkw.

Porsche-Abschreibung belastet VW mit Milliarden

Besonders stark wirkt eine Abschreibung auf den Firmenwert der Sportwagentochter Porsche aus Stuttgart. Volkswagen beziffert sie auf rund sechs Milliarden Euro. Die Wertberichtigung ist nicht zahlungswirksam, drückt aber den operativen Gewinn im dritten Quartal.

Hintergrund sind niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung von Porsche. Die Luxusmarke galt lange als wichtige Ertragsstütze im Konzern. Zuletzt belasteten aber unter anderem ein Absatzeinbruch in China, die US-Zollpolitik und Korrekturen bei der Elektro-Strategie.

Insgesamt rechnet Volkswagen im laufenden Jahr mit Sonderbelastungen von rund zehn Milliarden Euro. Rund 900 Millionen Euro davon wurden bereits im ersten Halbjahr berichtet.

Was für Beschäftigte und Standorte wichtig ist

Weitere Kosten entstehen durch den Konzernumbau. Dazu zählen zusätzliche Vorruhestandsregelungen im Rahmen der mit Arbeitnehmervertretern vereinbarten Einschnitte. Volkswagen hatte angekündigt, bis zum Ende des Jahrzehnts konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland abzubauen.

Bei der Kernmarke sollen 35.000 Jobs wegfallen, weitere Stellen bei Töchtern. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben nach früheren Angaben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben. Neue Überlegungen des Vorstands zu einem weiteren Abbau von 50.000 Stellen weltweit sind darin nicht enthalten. Darüber müsste erst verhandelt werden.

Auch der angestrebte Verkauf des Werks Osnabrück an den Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen belastet den Konzern. Hinzu kommen nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen bei Gesellschaften in China. Diese Effekte sollen das zweite Halbjahr zusammen voraussichtlich mit rund zwei Milliarden Euro belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Operative Umsatzrendite: höchstens ein Prozent statt bisher 4,0 bis 5,5 Prozent
  • Sonderbelastungen: rund zehn Milliarden Euro im laufenden Jahr
  • Porsche-Abschreibung: rund sechs Milliarden Euro
  • Umsatzprognose: rund 315 Milliarden Euro
  • Neun-Monats-Zahlen: Donnerstag, 29. Oktober

Ohne die zusätzlichen Sondereffekte würde die operative Umsatzrendite nach Angaben von Volkswagen bei rund 4,0 Prozent liegen. Am Ziel für den Geldzufluss und die Netto-Liquidität im Automobilbereich hält der Konzern fest.

Umsatz fällt voraussichtlich niedriger aus

Beim Umsatz erwartet Volkswagen rund 315 Milliarden Euro. Das liegt in der Mitte der bisherigen Prognosebandbreite. Die Erwartungen hatte der Konzern bereits im Juli gesenkt. Statt eines Umsatzplus von bis zu drei Prozent geht das Management im besten Fall nur noch von einer stabilen Entwicklung aus. Möglich ist auch ein Rückgang um bis zu drei Prozent. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 321,9 Milliarden Euro.

Die Prognose gilt unter der Annahme, dass die derzeitige Zollsituation im internationalen Handel bestehen bleibt. Mögliche Folgen einer weiteren Eskalation im Nahen Osten sind nicht berücksichtigt.

Auch die Porsche SE senkt wegen der neuen Erwartungen ihre Prognose. Die VW-Dachgesellschaft mit Sitz in Stuttgart rechnet nun mit einem Konzernergebnis zwischen minus 0,5 und plus 1,5 Milliarden Euro. Das sind jeweils zwei Milliarden Euro weniger als bisher erwartet. In der Holding bündeln die Familien Porsche und Piëch ihre Anteile an Volkswagen und Porsche. [dpa/red]

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dpa content aus Ludwigshafen

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