Absatzminus in Stuttgart: Porsche verkauft weiter deutlich weniger

Von Januar bis Juni hat Porsche erneut weniger Fahrzeuge verkauft. (Archivbild) | Foto: Marijan Murat/dpa
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Stuttgart. Für Autokäufer, Beschäftigte und den Wirtschaftsstandort im Südwesten bleibt die Lage angespannt: In Stuttgart hat Porsche im ersten Halbjahr erneut deutlich weniger Fahrzeuge verkauft.

Weltweit lieferte der Sportwagenbauer von Januar bis Juni gut 122.300 Autos aus. Das waren 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Nach Unternehmensangaben liegt der Absatz damit zwar im Rahmen der eigenen Erwartungen. Im Vergleich zum Jahresbeginn hat sich die Entwicklung aber leicht verschlechtert.

Das sind die wichtigsten Gründe

Porsche nennt mehrere Ursachen für den Rückgang. In den USA fielen Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge weg. Zudem war die Nachfrage nach dem vollelektrischen Macan im Vorjahreszeitraum besonders hoch, weil das Modell damals neu auf den Markt kam. Hinzu kommt das Ende von Cayman und Boxster mit Verbrennungsmotor seit Oktober. Die Baureihe lief unter anderem wegen Cybersicherheitsregeln aus. Direkte Nachfolger gibt es bislang nicht.

Vertriebsvorstand Matthias Becker erklärte, man liege im ersten Halbjahr unter dem Vorjahreswert, aber im Bereich der eigenen Erwartungen. Seit Ende Juni werde der Cayenne Electric an Kundinnen und Kunden ausgeliefert. Zur Absatzentwicklung im kommenden Jahr äußerte sich Becker nicht. Stattdessen verwies er auf den Kapitalmarkttag im Oktober. Dort will der neue Porsche-Chef Michael Leiters seine Strategie für Unternehmen und Modellpalette vorstellen.

China bleibt das größte Problem

Besonders stark brach der Absatz erneut in China ein. Dort übergab die VW-Tochter rund 14.500 Fahrzeuge. Das entsprach einem Minus von 32 Prozent. Porsche verweist auf ein weiter schwieriges Marktumfeld und auf den Fokus auf wertorientierten Absatz. Das bedeutet auch, dass sich das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht an Preiskämpfen in China beteiligt.

Auch in den übrigen Regionen ging es nach unten. In den Übersee- und Wachstumsmärkten sanken die Auslieferungen um 18 Prozent. Dazu zählen etwa Afrika, Lateinamerika, Australien, Südkorea und Japan. In Nordamerika, der größten Vertriebsregion, lag das Minus bei 13 Prozent auf gut 37.700 Fahrzeuge. In Deutschland gingen die Zahlen um 6 Prozent zurück. Im restlichen Europa betrug das Minus 14 Prozent.

Nur der 911 legt zu

Bei den Modellen war der Cayenne trotz eines Rückgangs von 9 Prozent mit mehr als 38.100 Fahrzeugen die stärkste Baureihe. Auch hier dürfte die Einführung des E-Modells eine Rolle spielen.

  • Macan: rund 35.300 Fahrzeuge, minus 22 Prozent
  • Panamera: rund 9.300 Fahrzeuge, minus 38 Prozent
  • 718 mit Boxster und Cayman: rund 2.800 Fahrzeuge, minus 73 Prozent
  • Taycan: rund 6.200 Fahrzeuge, minus 25 Prozent
  • 911: mehr als 30.500 Fahrzeuge, plus 19 Prozent

Wie hoch der Anteil reiner Elektroautos am Gesamtabsatz war, wies Porsche diesmal nicht gesondert aus.

Rückgang setzt sich fort

Schon in den Jahren zuvor waren die Verkaufszahlen gesunken. Im vergangenen Jahr verkaufte Porsche gut 279.400 Sport- und Geländewagen. Das war ein Zehntel weniger als im Jahr davor und der niedrigste Stand seit dem Corona-Jahr. Besonders deutlich zeigte sich der Einbruch in China. Zwischen 2021 und 2025 haben sich die Verkäufe dort mehr als halbiert.

Beobachter rechnen derzeit nicht mit einer schnellen Erholung des chinesischen Marktes. Porsche muss sich daher anpassen und die eigenen Strukturen verkleinern. Für Ende Juli wird ein zweites Sparpaket erwartet, das auch weiteren Stellenabbau umfassen dürfte. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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