WM-Teilnahme: Stuttgart-Stürmer Ermedin Demirovic denkt an Großvater

Ermedin Demirovic fiebert dem Sommer mit der bosnischen Nationalmannschaft entgegen (Archivbild) | Foto: Harry Langer/dpa
  • Ermedin Demirovic fiebert dem Sommer mit der bosnischen Nationalmannschaft entgegen (Archivbild)
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Stuttgart. Für VfB-Profi Ermedin Demirovic wird die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft mit Bosnien zu einem sehr persönlichen Moment. Der Stürmer des VfB Stuttgart verbindet das Turnier auch mit der Erinnerung an seinen inzwischen verstorbenen Großvater.

Demirovic hatte sich früh entschieden, international für Bosnien zu spielen. Der 28-Jährige wurde in Hamburg geboren und wäre grundsätzlich auch eine Option für die deutsche Nationalmannschaft gewesen. Seine Wahl traf er jedoch bewusst.

„Er war immer der Stolzeste“

„Mein Herz hat gesagt, dass ich für Bosnien spielen will“, sagte der Angreifer im Interview mit der „Sport Bild“. Die Entscheidung habe viel mit seinem Großvater zu tun gehabt. „Das wollte ich für meinen Opa machen. Im Urlaub waren wir immer bei ihm. Er war immer der Stolzeste und hat allen erzählt, dass ich beim HSV spiele.“

Der Großvater ist inzwischen gestorben. Umso bedeutender ist für Demirovic die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. „Ich bin sehr glücklich, dass ich für ihn und die ganze Familie, die so viel Leid ertragen musste, zur WM fahre“, sagte der VfB-Stürmer.

Erst zweite WM für Bosnien

Bosnien gelang Ende März der entscheidende Schritt zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Mit Siegen gegen Wales und Italien qualifizierte sich das Team für das Turnier.

Es ist erst die zweite WM-Teilnahme in der Geschichte des nationalen Verbandes. Zuvor hatte Bosnien nur 2014 in Brasilien an einer Weltmeisterschaft teilgenommen.

Erinnerungen an den Bosnienkrieg

Die Geschichte seiner Familie spielt für Demirovic eine große Rolle. Seine Mutter wurde in Deutschland geboren. Sein Vater kam kurz vor dem Bosnienkrieg nach Deutschland. Der Stürmer selbst wurde gut zwei Jahre nach dem Kriegsende 1995 geboren.

Als Kind habe er bei Besuchen im Land noch viele Spuren des Krieges gesehen. „Man sieht zerstörte Häuser und Einschusslöcher“, berichtete Demirovic. Viele Menschen hätten schweres Leid erlebt.

Gerade deshalb empfindet er die WM-Teilnahme als etwas Besonderes. Für viele Menschen im Land bedeute der Erfolg der Nationalmannschaft ein seltenes gemeinsames Glücksgefühl. dpa/red

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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