WM-Signal in Stuttgart: Nagelsmann zieht DFB‑Fazit nach Siegen
- Der Matchwinner: Deniz Undav jubelt nach dem Spiel neben dem DFB-Maskottchen.
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Stuttgart. Zwei Siege in wenigen Tagen stärken das WM-Gefühl der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Nach dem 4:3 in der Schweiz und dem späten 2:1 gegen Ghana zieht Bundestrainer Julian Nagelsmann eine positive Zwischenbilanz.
„Wir haben Erkenntnisse gewonnen, die wir jetzt verarbeiten. Wir haben ein paar Schritte nach vorne gemacht Richtung WM“, sagte der 38-Jährige nach dem Spiel im Stuttgarter Stadion.
Selbstvertrauen durch zwei Siege
Die Partien waren aus Sicht des Trainers nicht perfekt. Dennoch zählt für die Mannschaft vor allem das Ergebnis. Kapitän Joshua Kimmich betonte die Bedeutung der beiden Erfolge. „Wir haben sicherlich zwei nicht perfekte Spiele gemacht. Aber wir haben beide Spiele trotzdem gewonnen.“ Mit inzwischen sieben Siegen in Serie stimmt aus Sicht des Bundestrainers die Richtung. Als klaren Favoriten auf den WM-Titel sieht Nagelsmann Deutschland dennoch nicht.
Kaderentscheidung rückt näher
Am Montag, 12. Mai will Nagelsmann seinen WM-Kader bekanntgeben. Insgesamt dürfen 26 Spieler mit zum Turnier nach Amerika reisen. Bereits 13 Tage später startet die direkte Vorbereitung in Herzogenaurach. Der Bundestrainer hofft vor allem auf fitte Spieler in Topform. Viele Profis kämpfen in ihren Vereinen noch um Titel. „Sie sollen möglichst viele Titel mitbringen in die letzte Phase vor der WM“, sagte Nagelsmann. Vor dem Turnier sind noch zwei Tests gegen Finnland und die USA geplant.
Offensive mit vielen Optionen
Im Angriff sieht der Bundestrainer große Qualität. Florian Wirtz gilt als Unterschiedsspieler. Kai Havertz kehrte nach 16 Monaten zurück und verwandelte gegen Ghana einen Elfmeter. Serge Gnabry zeigte sich in guter Form. Joker Deniz Undav erzielte in Stuttgart das späte Siegtor. Auch Jamal Musiala könnte für zusätzliche Kreativität sorgen, wenn er rechtzeitig wieder fit wird.
Für Aufmerksamkeit sorgte zudem ein Debütant. Der erst 18 Jahre alte Lennart Karl überzeugte mit mutigen Dribblings und viel Einsatz in seinen ersten Minuten im Nationalteam. „Er hat einen Supereindruck gemacht. Er ist marschiert und hat eigentlich keine Anlaufphase gebraucht“, sagte Nagelsmann über den Youngster.
Klare Rollen im Team
Der Bundestrainer hat bereits Rollen im Team verteilt. Undav soll weiterhin als Joker für entscheidende Momente sorgen. Der Stürmer hatte in Stuttgart zwar mehr Einsatzzeit gefordert. Nagelsmann sieht seine Rolle jedoch klar. „Wir brauchen im Sommer Spieler, die von der Bank kommen und Spiele entscheiden können. Das ist seine Aufgabe.“
Unmut über Pfiffe gegen Sané
Kritisch äußerte sich Nagelsmann zu Pfiffen gegen Leroy Sané bei dessen Einwechslung. Der Trainer wünscht sich mehr Unterstützung für den Offensivspieler. Sané zeigte kurz darauf seine Qualität und bereitete mit einer Kopfballablage den Siegtreffer von Undav vor. Auch der Torschütze selbst appellierte an die Fans, hinter allen Spielern der Nationalmannschaft zu stehen. „Wir sind eine Mannschaft und eine Nation. Da darf man keinen ausgrenzen“, sagte Undav. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |