VfB Stuttgart: Speerwerfer Nick Thumm spricht über seinen Erfolg bei der EM
- Nick Thumm startet für den VfB Stuttgart; der Verein berichtet über seinen EM-Erfolg im Speerwurf.
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Stuttgart. Speerwerfer Nick Thumm vom VfB Stuttgart hat bei den Europameisterschaften in Birmingham Silber für Deutschland gewonnen. Der 22-Jährige kam im Finale auf 83,76 Meter und wurde damit Vize-Europameister. In einem Vereinsinterview ordnete Thumm seinen Wettkampf, die Vorbereitung und seine nächsten Ziele ein.
Nach dem Finale sagte Thumm, der Erfolg sei für ihn auch einige Tage später noch schwer zu begreifen. Wenn er die Medaille sehe und daran denke, Vize-Europameister zu sein, sei er nach wie vor sprachlos.
Bestweite und schwieriger Saisonverlauf
Thumm hatte bereits Anfang des Jahres eine neue persönliche Bestweite aufgestellt und diese in der Qualifikation in Birmingham noch einmal verbessert. Der Weg dorthin verlief nach seinen Angaben jedoch nicht ohne Probleme: Nach dem Winterwurf sei die Saison zunächst durchwachsen gewesen, in der Osterzeit habe ihn zudem eine kleinere Schulterverletzung gebremst.
Vor der Deutschen Meisterschaft und der EM hätten sich die Würfe und Weiten wieder verbessert. Dass die Form zum Saisonhöhepunkt passen sollte, sei zwar geplant gewesen, sagte Thumm. Der Verlauf in Birmingham sei dennoch unerwartet gekommen: „Es hat einfach alles funktioniert.“
Finale mit deutschem Doppelerfolg
Im EM-Finale erreichte Thumm mit dem ersten und dritten Versuch jeweils Weiten um 81 Meter. Dadurch habe er gemerkt, dass die Ausführung passe und noch mehr möglich sei. Der Wurf auf 83,76 Meter sei zum richtigen Zeitpunkt gekommen und zugleich der Lohn der vergangenen Wochen und Monate gewesen.
Vor dem letzten Versuch von Julian Weber lag Thumm noch in Führung. Weber übertraf ihn anschließend mit einem EM-Rekord. Thumm sprach von einem besonderen Ausgang für das deutsche Team, das damit einen Doppelerfolg feiern konnte, und betonte zugleich, er gönne Weber den Sieg.
Training mit den Eltern
Thumm startet seit etwa zwei Jahren für den VfB Stuttgart. Nach seinen Angaben kann er sich seither stärker auf den Sport konzentrieren. Trainiert wird er von seinen Eltern: Seine Mutter arbeitet mit ihm an Sprint- und Sprungkoordination, sein Vater, früher selbst Speerwerfer, betreut Technik und Krafttraining.
Der Austausch zwischen beiden Trainern sorge aus Thumms Sicht für eine gute Mischung. Zudem verwies er auf die Unterstützung durch Familie und Verein, etwa mit Blick auf Trainingslager und Wettkampfreisen.
ISTAF, Pause und weitere Ziele
Ende des Monats steht für Thumm noch das ISTAF-Meeting in Berlin an. Danach rechnet er zunächst mit einer Pause. Das Training für die ersten Wettkämpfe des Jahres hatte er bereits im vergangenen Oktober begonnen; die Schulterverletzung habe zusätzliche Arbeit auf dem Weg zurück zum Leistungsniveau erfordert.
Wettkämpfe plant Thumm voraussichtlich wieder zum Winterwurf Anfang März. Mit Blick auf die WM im kommenden Jahr und die Olympischen Spiele in Los Angeles im Jahr darauf will er nach eigenen Worten ohne zusätzlichen Druck planen. Zunächst müsse er in die passenden Meetings kommen, um sich für die großen Ereignisse zu qualifizieren. „Daher versuche ich, entspannt zu bleiben und gebe weiterhin mein Bestes.“
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |