Unwetter in Singen: Rund 100 Häuser beschädigt
- Durch Gewitter ging auch eine größere Menge Hagel nieder.
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Baden-Württemberg. Nach heftigen Gewittern müssen viele Menschen in Baden-Württemberg mit Straßensperrungen, beschädigten Häusern und Einschränkungen im Verkehr rechnen. Starkregen, Sturmböen und Hagel lösten zahlreiche Feuerwehreinsätze aus. Bäume stürzten um, Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet und Dächer beschädigt. Nach ersten Erkenntnissen wurde niemand verletzt.
Rund 100 Häuser in Singen-Bohlingen beschädigt
Besonders schwer traf eine Unwetterzelle den Singener Stadtteil Bohlingen im Landkreis Konstanz. Der Ort wurde vorübergehend abgesperrt und war zeitweise nicht mehr anfahrbar. Nach Angaben der Feuerwehr wurden rund 100 Häuser durch schwere Sturmböen beschädigt, teils wurden Dächer abgedeckt. Auf Straßen lagen zahlreiche umgestürzte Bäume.
Auch in der Singener Südstadt und in Überlingen am Ried gingen schwere Gewitter nieder. Dort war die Lage nach Feuerwehrangaben unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte riefen dazu auf, Bohlingen zu meiden. Auch Wälder in der Umgebung sollten wegen der Gefahr herabstürzender Äste nicht betreten werden.
Bodenseeregion und Schwäbische Alb betroffen
Nach Polizeiangaben waren alle Landkreise in der Bodenseeregion vom Unwetter betroffen. Besonders häufig rückte die Feuerwehr im Landkreis Konstanz aus, unter anderem in Singen und Radolfzell. Viele Straßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert.
Im Landkreis Reutlingen waren Polizei und Feuerwehr unter anderem in Lichtenstein, Unterhausen und St. Johann im Einsatz. Dort liefen Keller voll, Straßen wurden überschwemmt und Hagel richtete Schäden an. In Sonnenbühl auf der Schwäbischen Alb musste die Straßenreinigung Hagelkörner mit Schneeschiebern räumen. In Bad Urach zerstörte Hagel Fensterscheiben.
Regionalzug bei Oppenweiler gestoppt
Bei Oppenweiler im Rems-Murr-Kreis wurde ein Regionalzug auf freier Strecke durch herabgestürzte Äste ausgebremst. Die sechs Fahrgäste mussten den Zug verlassen. Nach ersten Erkenntnissen blieb auch dort niemand verletzt.
Nördlich von Stuttgart stürzten in Oppenweiler mehrere Bäume um. Einige fielen auf das Dach eines Firmengebäudes. Zum Zeitpunkt des Unwetters hielt sich dort niemand auf. Auf der Bundesstraße 14 zwischen Oppenweiler und Sulzbach an der Murr kam es wegen herabgestürzter Äste vorübergehend zu Behinderungen.
Scheune nach mutmaßlichem Blitzeinschlag abgebrannt
Im Landkreis Ludwigsburg zählten die Feuerwehren am Freitagmorgen mehr als 30 Einsätze. Besonders betroffen waren Markgröningen, Freiberg am Neckar und Bietigheim-Bissingen.
In Großrinderfeld im Main-Tauber-Kreis löste ein Blitzeinschlag mutmaßlich einen Scheunenbrand aus. Zeugen berichteten der Polizei von einem lauten Knall, während eine Gewitterzelle über dem Ort lag. Die Scheune brannte vollständig nieder. Ein angrenzendes Wohnhaus wurde durch die Flammen beschädigt und war zumindest im Dachgeschoss nicht mehr bewohnbar. Menschen befanden sich nicht im Gebäude.
Wetterdienst warnte vor Starkregen, Böen und Hagel
Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Regierungsbezirke Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen vor schweren Gewittern gewarnt. Möglich waren bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit, orkanartige Böen bis 110 Kilometer pro Stunde und Hagelkörner bis zu drei Zentimeter Größe. Die Warnstufe drei von vier galt bis zum Mittag. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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