SV Darmstadt 98: Früher Platzverweis prägt Analyse nach Hannover-Spiel
- Der SV Darmstadt 98 wartet nach dem Spiel gegen Hannover 96 weiter auf den ersten Sieg in der Zweitliga-Saison.
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Darmstadt. Der SV Darmstadt 98 wartet nach dem Spiel gegen Hannover 96 weiter auf den ersten Sieg in dieser Zweitliga-Saison. In der vereinseigenen Analyse stehen vor allem der frühe Platzverweis gegen Aleksandar Vukotić, die Reaktion der Mannschaft in Unterzahl und der weitere Umgang mit dem Kaderumbruch im Mittelpunkt.
Rote Karte verändert den Spielverlauf
Vukotić sah in der 20. Minute nach einem Handspiel die Rote Karte. Die Szene wurde nach Angaben des Vereins unterschiedlich bewertet; Trainer Florian Kohfeldt sah „Argumente für und Argumente gegen die Entscheidung“ von Schiedsrichter Timo Gerach. Für Darmstadt bedeutete der Platzverweis, dass die Mannschaft mehr als 70 Minuten in Unterzahl spielen musste.
Raoul Petretta bezeichnete die Szene später als „spielentscheidend“. Nach Darstellung des Vereins kam der SV 98 trotz Unterzahl bis zur Pause zu guten Möglichkeiten auf einen eigenen Führungstreffer. Nach dem Seitenwechsel habe Hannover 96 die numerische Überzahl mit zunehmender Spieldauer besser genutzt und Darmstadt weiter vom eigenen Tor ferngehalten. Die Südhessen blieben zwar bis zum Schluss im Spiel, konnten die Gäste in der Schlussphase aber nicht mehr entscheidend unter Druck setzen.
Kohfeldt und Fernie betonen Einsatz der Mannschaft
Als positiven Aspekt hob Petretta den „Teamgeist und Charakter“ hervor. Auch Paul Fernie sprach von einer engagierten Leistung: „Die Jungs haben auch in Unterzahl alles gegeben. Solange in Unterzahl ist es nie einfach, trotzdem haben sie den Kampf angenommen und speziell in der ersten Halbzeit waren wir auch richtig gefährlich.“ Kohfeldt sprach von einer „Leistung mit Herz“.
Der Verein ordnet die aktuelle Phase zugleich in den größeren Umbruch des Kaders ein. Fernie erklärte, Darmstadt habe „einen neuen Zyklus begonnen, der eine gewisse Zeit brauchen wird“. Der Kader sei nach seiner Aussage „mit Überzeugung zusammengestellt“ worden. Auch Kohfeldt bekräftigte laut Vereinsangaben den Glauben an die Mannschaft und den eingeschlagenen Weg.
Unterzahl bleibt ein wiederkehrendes Problem
Der Platzverweis gegen Vukotić war nicht die erste lange Unterzahl für Darmstadt in dieser Saison. Bereits beim Auswärtsspiel in Dresden musste der SV 98 nach einer Hinausstellung für Klefisch dezimiert spielen. Zusammengerechnet standen die Darmstädter nach Vereinsangaben in dieser Spielzeit bereits knapp 100 Minuten in Unterzahl auf dem Platz.
Kohfeldt machte deutlich, dass die Aktion trotz der Diskussion über die Entscheidung vermeidbar gewesen sei: „Vuko hat dem Schiedsrichter die Möglichkeit gegeben, Rot zu geben. Als erfahrener Spieler darf er in dieser Situation wahrscheinlich nicht so hin gehen.“
Blick richtet sich auf das nächste Spiel
Nach der Niederlage sprach Kohfeldt offen über die Stimmungslage. „Meine emotionale Situation ist natürlich nicht brillant, weil ich es hasse zu verlieren“, sagte der Trainer. Anschließend formulierte er noch deutlicher: „Niederlagen fühlen sich immer beschissen an.“
Auch Torhüter Marcel Schuhen ordnete den Start ein: „Ein Punkt aus drei Spielen ist natürlich nicht das, was wir wollen. Trotzdem bin ich voller Vorfreude auf Kaiserslautern.“
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |