exactly: Was Supplements wirklich bringen und wer daran verdient
- Yul Oeltze: Der Kanute und Coach gehört im Film „exactly“ zu den Sportlern, die ihren Umgang mit Supplements erklären.
- Foto: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, Foto: Ilko Eichelmann
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exactly. Proteinpulver, Kreatin, Booster oder Ashwagandha: In vielen Fitnessstudios gehören Supplements längst zum Trainingsalltag. Ein neuer Film der MDR-Reihe „exactly“ schaut genauer hin, wie groß das Geschäft ist und wie viel Kontrolle es überhaupt gibt.
Fast zwölf Millionen Menschen trainieren in Deutschland regelmäßig im Fitnessstudio, immer mehr von ihnen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln. Der Markt bringt laut Film rund 1,8 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr, und in den nächsten Jahren soll die Zwei-Milliarden-Marke fallen.
Wie ein Milliardengeschäft immer schneller wächst
Der Film setzt auch bei einer Zahl an, die zeigt, wie unübersichtlich es geworden ist: Allein 2025 wurden in Deutschland fast 25.000 neue Nahrungsergänzungsmittel angezeigt. Gleichzeitig macht die Reportage deutlich, wie leicht Produkte auf den Markt kommen und dass Behörden erst im Nachgang stichprobenartig und risikoorientiert kontrollieren.
Für die Recherche blicken die Autorinnen Jenna von Thäne und Linda Süß in die Shaker von Sportlerinnen und Sportlern. Dabei geht es nicht nur um neue Versprechen, sondern um die praktische Frage, wie man in dem boomenden Angebot überhaupt den Überblick behält.
exactly: Drei Sportler, drei Wege
Drei Sportler stehen im Mittelpunkt, die das Thema ganz unterschiedlich angehen. Der Magdeburger Yul Oeltze, mehrfacher Welt- und Europameister im Zweier-Kanadier, nutzt seit über zwölf Jahren Supplements und sagt: „Für mich ist Ernährung reines Fueling für mein Training und mit Supplements kann ich fein justieren, wie ich meine Leistung steigern kann“.
Der Leipziger Luke Epping trainiert fünfmal pro Woche im Gym und formuliert sein Ziel so: „Ich möchte einfach so breit wie möglich aussehen und schauen, wie weit ich komme“. Luca Merten, Architekt aus Taucha, verzichtet komplett auf Supplements, setzt auf Meal Prep und sagt: „Ich sehe mich als Bildhauer meines eigenen Körpers“.
Was im Labor auffällt
Wissenschaftlich ordnet Maria Kristina Parr, Professorin für Pharmazeutische Chemie an der FU Berlin, den Markt ein. Sie analysiert Nahrungsergänzungsmittel und stößt dabei immer wieder auf Verunreinigungen, verbotene Substanzen und fehlerhafte Inhaltsangaben.
Am Ende läuft alles auf eine zentrale Frage hinaus: Wie sicher sind Supplements, wenn Kontrolle erst nach dem Verkauf beginnt und der Markt für viele zur Blackbox wird.
Sendetermine und Links
Den Film zeigt die ARD Mediathek ab am 18. Mai um 17 Uhr unter exactly . Außerdem läuft er auf dem YouTube-Kanal @MDRInvestigativ und am 27. Mai um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |