Eintracht Frankfurt: Fjørtoft blickt auf WM und Adlerträger

Jan Åge Fjørtoft hat die WM-Entwicklung Norwegens und die Rolle der Frankfurter Nationalspieler eingeordnet. | Foto: Anouar Touir
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WM. Der frühere norwegische Nationalspieler Jan Åge Fjørtoft hat die Weltmeisterschaft aus Sicht von Eintracht Frankfurt und seines Heimatlands Norwegen eingeordnet. In einem vereinseigenen Interview sprach der Ex-Profi über die Stimmung rund um Norwegens Einzug ins Achtelfinale, die Rolle der Frankfurter WM-Teilnehmer und die besonderen Bedingungen des Turniers in den USA.

Fjørtoft, der nach Vereinsangaben als TV-Experte in Salzburg im Einsatz ist, schilderte die Reaktionen in Norwegen auf das 2:1 gegen die Elfenbeinküste als sehr emotional. Er habe „Tränen in den Augen“ gehabt. Das Weiterkommen sei für ein Land mit fünf Millionen Einwohnern von großer Bedeutung. Zugleich verwies er auf die ausgelassene Atmosphäre mit Fans, Wikingerhelmen und Feiern in Oslo.

Fjørtoft lobt Entwicklung in Norwegen

Den sportlichen Aufschwung der norwegischen Nationalmannschaft führt Fjørtoft auf eine langfristige Entwicklung zurück. Nach 28 Jahren ohne WM-Teilnahme seien bessere Strukturen aufgebaut worden. Die verbesserten Ausbildungsbedingungen und der gewachsene Teamgeist hätten ihren Anteil daran, dass Norwegen nun wieder erfolgreicher sei.

Vor dem Achtelfinale gegen Brasilien zeigte sich Fjørtoft vorsichtig optimistisch. Norwegen habe in vier Länderspielen gegen Brasilien noch nicht verloren, sagte er. Entscheidend sei nun, das Selbstvertrauen und die gute Vorbereitung ins Spiel in New York mitzunehmen.

Neun Frankfurter bei der WM

Aus Sicht von Eintracht Frankfurt verwies Fjørtoft auf die internationale Präsenz des Vereins. Nach seinen Angaben sind neun Spieler des Klubs bei der WM vertreten. Das sei für den Verein und für Frankfurt als Standort ein wichtiger Faktor, wenn sich Profis auf großer Bühne zeigen.

Einzelne Spieler hob Fjørtoft ebenfalls hervor. Nathaniel Brown habe sich nach einer starken Saison auch bei der WM in Szene gesetzt und die internationale Bühne genutzt. Ritsu Doan, der bei Japan in jeder Partie in der Startelf stand und zweimal als Kapitän auflief, könne trotz des Ausscheidens mit neuem Selbstvertrauen nach Frankfurt zurückkehren.

Noch im Turnier waren aus Frankfurter Sicht laut Interview Aurèle Amenda mit der Schweiz, Arthur Theate mit Belgien und Ayoube Amaimouni-Echghouyab mit Marokko. Vor allem Marokko traut Fjørtoft weiterhin viel zu und hält ein Vordringen bis ins Halbfinale für möglich.

Hitze und neue Regeln als WM-Themen

Neben dem sportlichen Geschehen sprach Fjørtoft auch über die Rahmenbedingungen des Turniers. Die Aufstockung auf 48 Mannschaften bewertete er positiv, weil dadurch auch kleinere Nationen mehr Chancen auf die Teilnahme erhielten. Beispiele wie Kap Verde, Curaçao oder Paraguay zeigten aus seiner Sicht, dass zusätzliche Teilnehmer dem Turnier neue Impulse geben können.

Die sogenannten Hydration Breaks sieht Fjørtoft dagegen nicht als Modell für Europa. Positiv äußerte er sich über neue Regeln, die das Spiel beschleunigen sollen, etwa bei Auswechslungen, verletzten Spielern und Einwürfen.

Als entscheidenden Faktor im weiteren Turnierverlauf nannte Fjørtoft die extremen klimatischen Bedingungen. Nicht nur körperlich, auch taktisch und mental müssten die Teams die Hitze und Luftfeuchtigkeit bewältigen. Aus seiner eigenen WM-Erfahrung in den USA 1994 wisse er, wie stark hohe Temperaturen den Körper belasten können.

Bei den bislang stärksten Mannschaften im Turnier sieht Fjørtoft vor allem Frankreich und Argentinien vorne.

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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