Wildbienenhotel richtig aufstellen: So wird es im Garten angenommen
- Wenn im Garten oder auf dem Balkon eine Nisthilfe hängt, entscheiden Standort und saubere Bohrlöcher darüber, ob Wildbienen wirklich einziehen.
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Wildbienenhotel aufstellen. Mit der richtigen Bauweise, einem sonnigen Standort und genug Blüten in der Nähe steigt die Chance deutlich, dass eine Nisthilfe im Garten oder auf dem Balkon tatsächlich genutzt wird.
Zum Weltbienentag am Dienstag, 20. Mai, rückt ein Klassiker im Garten wieder in den Fokus: das sogenannte Wildbienenhotel. Der Begriff ist etwas irreführend, denn hier wird nicht „eingecheckt“, sondern gearbeitet. Wildbienenweibchen legen Nistkammern an, tragen Blütenpollen und Nektar ein und verschließen die Röhren sorgfältig. Manche Arten, etwa Blattschneiderbienen, kleiden ihre Nester sogar mit kreisrunden Blattstücken aus.
Nach Einschätzung der Deutschen Wildtier Stiftung ist ein Wildbienenhotel vor allem eine künstliche Nisthilfe für oberirdisch nistende Wildbienenarten. Genutzt wird sie nur, wenn Lage, Verarbeitung und Umfeld passen. Auch einige Kuckucksbienenarten profitieren, sie legen ihre Eier in fremde Nester. Ebenso können solitär lebende Wespenarten einziehen.
Worauf es bei Bau, Standort und Pflege ankommt
- Saubere Verarbeitung: Niströhren sollten innen glatt und nicht ausgefranst sein. Der Leiter des Wildbienenteams der Deutschen Wildtier Stiftung, Manuel Hensen, verweist auf die Natur als Vorbild. Wildbienen nutzen dort gern alte, sehr sauber gebohrte Gänge von Holzkäfern oder Holzwespen in abgestorbenem Holz. Für selbstgebaute Modelle aus Hartholz und Bohrer oder aus Konservendose mit Bambusröhrchen gilt daher. Keine Splitter, keine rauen Kanten. Eine Anleitung findet sich unter deutschewildtierstiftung.de.
- Geschützter, sonniger Standort: Wichtig sind feste Befestigung, ein regendichtes Dach und ein warmer, trockener, windgeschützter Platz, idealerweise nach Süden ausgerichtet. Laut Hensen werden beschattete, in Bäumen hängende oder frei schwingende Elemente oft nicht angenommen. Gegen Vögel kann ein Drahtgitter helfen, mit rund zehn Zentimetern Abstand zu den Niströhren, damit die Tiere weiterhin ein- und ausfliegen können.
- Kein nutzloses Füllmaterial: Materialien wie Kiefernzapfen, Stroh oder Holzwolle werden von Wildbienen nicht als Nistplatz genutzt.
- Nahrung in der Nähe: Ein Wildbienenhotel funktioniert besser, wenn das Nektar- und Pollenangebot schnell erreichbar ist. Empfohlen werden heimische Blühpflanzen, die vom zeitigen Frühjahr bis in den Oktober blühen. Genannt werden etwa Wilde Möhre, Natternkopf, Schafgarbe und reich blühende Kräuter.
- Wartung nach Bedarf: Sind viele Nestabschlüsse zerbrochen oder nicht vollständig verschlossen, können Röhren ersetzt oder mit einem spitzen Gegenstand wie Schraubenzieher oder Pfeifenreiniger gereinigt werden. Wenn die meisten Verschlüsse intakt sind, ist meist keine Maßnahme nötig. Weiche Stängel sollten ersetzt werden, sobald sie ausfasern, bei gekauften Nisthilfen teils schon nach einem Jahr.
Unterm Strich entscheidet weniger die Optik, sondern die Kombination aus glatten Röhren, Sonne, Wetterschutz und einem Blütenangebot in der Nähe darüber, ob eine Nisthilfe im Garten wirklich belegt wird.
Autor:Meike Jakob aus Landau |