Wenn es unangenehm wird: Wie Paare mit peinlichen Momenten besser umgehen

Nicht nur Lavendelduft: Gerade in neuen Beziehungen schämt man sich vielleicht, wenn der andere plötzlich Dinge mitbekommt, die vorher privat waren. | Foto: dpa
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Ratgeber. Peinliche Momente wie hörbare Klogeräusche können für Paare unangenehm sein. Psychologen sehen darin jedoch oft eine Chance für mehr Nähe. Denn Scham zeigt, wo persönliche Grenzen liegen und wo Gespräche über Privatsphäre helfen können.

Gerade am Anfang einer Beziehung reagieren viele Menschen sensibel auf solche Situationen. Wenn der Partner mitbekommt, dass jemand auf die Toilette geht oder andere sehr private Momente erlebt, entsteht schnell Verlegenheit. Das Gefühl gehört jedoch zu normalen sozialen Mechanismen.

«Scham ist erst mal ein normales Gefühl und eine sinnvolle Funktion, die uns anzeigt, dass unsere Balance von Nähe und Distanz aus dem Gleichgewicht geraten ist», erklärt die Psychotherapeutin Kathryn Eichhorn im Magazin «Apotheken Umschau».

Scham kann Intimität stärken

Besonders in neuen Beziehungen prallen oft Idealbilder auf die Realität des Alltags. «Haben wir uns bis dahin noch gegenseitig idealisiert, möchten wir nicht, dass nun sichtbar wird, dass wir nicht nur Lavendelduft verströmen», so Eichhorn. «Wir schämen uns, weil der andere plötzlich Dinge mitkriegt, die wir vorher vor ihm verbergen konnten.»

Solche Momente können laut Experten helfen, Grenzen neu auszuhandeln. Offene Gespräche über Privatsphäre oder kleine humorvolle Lösungen nehmen dem Gefühl häufig den Druck. Ein Beispiel aus dem Alltag kann etwa sein:

  • kurz um etwas Privatsphäre bitten
  • über peinliche Situationen gemeinsam lachen
  • klare Absprachen für Rückzugsmöglichkeiten treffen

«Sätze wie: „Geh doch bitte mal kurz um den Block, ich brauche hier gerade mal zehn Minuten Privatsphäre“ entziehen der Scham den Stachel», so die Psychotherapeutin.

Im Alltag zeigt sich danach oft, dass die Beziehung stabil bleibt, selbst wenn sehr private Momente geteilt werden. Erst wenn solche Situationen zugelassen werden, kann laut Eichhorn «echte Intimität und Nähe» entstehen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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