Weniger Arzttermine für Kassenpatienten? Ärzte warnen vor Folgen neuer Sparpläne

Kommt es durch das Gesundheitssparpaket zu weiteren Terminengpässen und längeren Wartezeiten? Die Kassenärzte warnen davor. (Symbolbild) | Foto: Daniel Karmann/dpa
  • Kommt es durch das Gesundheitssparpaket zu weiteren Terminengpässen und längeren Wartezeiten? Die Kassenärzte warnen davor. (Symbolbild)
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Baden-Württemberg. Gesetzlich Versicherte könnten im kommenden Jahr schwieriger einen Arzttermin bekommen. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen würde ein geplantes Sparpaket der Bundesregierung das Angebot in vielen Praxen im Südwesten verringern.

Grund ist ein Gesetzentwurf zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge. Das Bundeskabinett brachte das Paket Ende April auf den Weg. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Ziel ist es, den Anstieg der Beiträge zu bremsen und das erwartete Defizit der gesetzlichen Kassen auszugleichen.

Weniger Behandlungen pro Quartal

Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigen mögliche Folgen für Praxen. Hausärzte und Allgemeinmediziner behandeln derzeit im Schnitt rund 736 Patientinnen und Patienten pro Quartal. Nach den Plänen könnten es rechnerisch nur noch etwa 661 sein.

Auch Kinderärzte wären betroffen. Dort würde die Zahl der versorgten Fälle von rund 1025 auf etwa 966 pro Quartal sinken.

Milliardenentlastung für Krankenkassen geplant

Mit dem Sparpaket sollen die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2027 um etwa 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das liegt etwas über dem erwarteten Defizit von rund 15,3 Milliarden Euro.

Geplant sind mehrere Maßnahmen im Gesundheitswesen

  • begrenzte Vergütungssteigerungen für Ärzte und Kliniken
  • Wegfall bestimmter Zusatzvergütungen für Praxen
  • höhere Zuzahlungen bei Medikamenten
  • höhere Beiträge für Gutverdiener
  • Einschränkungen bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern

Ärzte warnen vor weniger Leistungen

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, kritisierte das Vorhaben als „heckenschnittartiges Spargesetz“. Wenn die Pläne so umgesetzt würden, müssten die Kassenärztlichen Vereinigungen das ambulante Leistungsangebot reduzieren.

Nach Angaben der Ärzteorganisation stehen durch die geplanten Kürzungen rund 2,7 Milliarden Euro weniger für die ambulante Versorgung gesetzlich Versicherter zur Verfügung. Schon heute würden viele Untersuchungen und Behandlungen nicht vergütet. Laut KBV erbringen Fachärzte mehr als 40 Millionen Termine ohne Bezahlung.

Welche konkreten Auswirkungen das Gesetz in den Praxen haben wird, hängt vom weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens ab. Erst nach Beschlüssen von Bundestag und Bundesrat stehen die endgültigen Regeln fest. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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