Wassersparende Pflanzen: Diese Garten-Arten trotzen Hitze und Trockenheit
- Am besten wird gegossen, bevor die Sonne richtig Kraft entwickelt.
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Wassersparende Pflanzen. Lange Trockenphasen, ausbleibender Regen und aufgeheizte Beete setzen vielen Pflanzen im Sommer massiv zu. Trotzdem muss der Garten nicht automatisch leiden. Wer auf den Boden achtet, passende Pflanzen auswählt und gezielt gießt, kann den Wasserverbrauch deutlich senken und den Garten auch bei Hitze erstaunlich stabil halten.
Schon kleine Veränderungen machen einen spürbaren Unterschied. Mulch schützt vor Verdunstung, gelockerte Erde hält Feuchtigkeit länger im Boden und hitzetolerante Arten kommen mit trockenen Phasen oft deutlich besser zurecht. Genau darauf kommt es jetzt an.
Mulch schützt den Boden vor schneller Austrocknung
Wenn der Boden offen in der Sonne liegt, verliert er besonders schnell Wasser. Eine Mulchschicht kann das deutlich bremsen. Dafür eignen sich zum Beispiel Rasenschnitt, Ernteabfälle oder Stroh. Die Abdeckung schützt die Erde vor direkter Sonneneinstrahlung, der Boden heizt sich weniger stark auf und Feuchtigkeit verdunstet langsamer.
Es geht aber auch ohne Mulch. Wer nach dem Gießen regelmäßig die oberste Bodenschicht lockert, kann den Wasserverlust ebenfalls reduzieren. Dahinter steckt ein einfacher Effekt: Die lockere Oberfläche unterbricht die feinen Kapillaren im Boden, über die Feuchtigkeit sonst nach oben steigt und an der Oberfläche verdunstet.
Diese Gemüsearten kommen mit Hitze besser klar
Der Klimawandel verändert nicht nur das Wetter, sondern auch das Gemüsebeet. Was früher in vielen Regionen kaum ausgereift ist, wird heute zunehmend interessant. Einige Gemüsearten gelten als besonders robust bei Wärme und Trockenheit und passen deshalb gut in Gärten, die heiße Sommer besser abfedern sollen.
- Spargelbohne
- Helmbohne
- Sommer-Portulak
- Kichererbsen
- Süßkartoffeln
- Auberginen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Diese Pflanzen stammen aus wärmeren Regionen und kommen mit längeren Hitzephasen oft besser zurecht als viele klassische Gemüsesorten. Auch gilt laut NABU: Wer standortgerecht pflanzt und auf trockenheitsverträgliche Arten setzt, spart später Wasser und Pflegeaufwand.
Bäume und Sträucher für trockene Sommer
Nicht nur im Beet, auch bei Bäumen und Sträuchern lohnt sich der Blick auf widerstandsfähige Arten. Gehölze wie Felsen-Ahorn, Blumen-Esche oder Thüringische Mehlbeere gelten als vergleichsweise hitze- und trockenheitsverträglich. Sie können im Garten langfristig wichtige Schattenspender sein und tragen dazu bei, dass sich Flächen weniger stark aufheizen.
Junge Bäume und Sträucher brauchen in den ersten Jahren besonders viel Aufmerksamkeit. Statt häufiger kleiner Wassergaben ist regelmäßiges, durchdringendes Gießen sinnvoll, damit das Wasser auch tiefere Wurzeln erreicht. Der BUND empfiehlt grundsätzlich, seltener, dafür intensiver zu gießen, damit Pflanzen tiefere Wurzeln ausbilden und widerstandsfähiger gegen Trockenheit werden. Pro Gießgang werden etwa 20 bis 30 Liter Wasser empfohlen, damit Feuchtigkeit auch tiefere Wurzeln erreicht.
Stauden bieten Blüten und Nahrung für Insekten
Bei Stauden kommen mehrere Arten gut mit trockenen Sommern zurecht. Nach Angaben des Nabu Berlin zählen dazu unter anderem:
- Lavendel
- Schafgarbe
- Flockenblumen
- Astern
- Duftnesseln
- Gewöhnlicher Natternkopf
Solche Stauden bringen nicht nur Farbe ins Beet, sondern sind auch ökologisch wertvoll. Sie liefern selbst in warmen Monaten Blüten und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten bis in den Spätsommer hinein Nahrung.
Morgen statt Mittag oder Nacht: Dann wirkt Gießen am effizientesten
Nicht nur die Menge, auch der Zeitpunkt entscheidet darüber, wie viel Wasser tatsächlich bei den Pflanzen ankommt. Besonders gut geeignet sind die frühen Morgenstunden. Dann ist der Boden noch kühler, weniger Wasser verdunstet und die Pflanzen können die Feuchtigkeit effizient aufnehmen.
Am Abend kann zwar ebenfalls gegossen werden, ideal ist das aber nicht immer. Feuchte Blätter und anhaltende Nässe können Pilzkrankheiten begünstigen, im Gemüsegarten auch Schnecken anlocken. Deshalb gilt vor allem im Sommer: Wasser möglichst direkt im Wurzelbereich ausbringen und nicht großflächig über Blätter und Pflanzen sprühen.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |