Warnung in Bingen: Nicht zu Fuß zum Mäuseturm gehen
- Der Binger Mäuseturm liegt in einer der schönsten Flusslandschaften Europas. (Archivfoto)
- Foto: Jörg Halisch/dpa
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Bingen. Wer den niedrigen Rheinpegel für einen Ausflug nutzen will, sollte nicht durch das Flussbett zur Mäuseturminsel laufen: Die Stadt Bingen warnt vor der Strecke im Bereich des Binger Lochs.
Nach Angaben der Stadt wirkt der Weg bei Niedrigwasser zwar stellenweise begehbar. Sichtbare Kiesbänke und freiliegende Teile des Flussbetts änderten aber nichts an der Gefahr. Oberbürgermeister Thomas Feser sagte, der Rhein sei auch bei wenig Wasser „kein Wanderweg“.
Warum der Weg gefährlich bleibt
Das Binger Loch zwischen Bingen und Trechtingshausen gilt laut Stadt als eine der gefährlichsten Stellen am gesamten Rhein. Die Strömung bleibe tückisch, auch wenn der Wasserstand niedrig sei. Hinzu komme, dass vorbeifahrende Schiffe den Pegel kurzfristig ansteigen lassen könnten. Menschen könnten dadurch innerhalb weniger Minuten von festem Untergrund abgeschnitten werden.
- Sichtbare Kiesbänke bedeuten keine sichere Passage
- Strömungen im Bereich des Binger Lochs bleiben unberechenbar
- Vorbeifahrende Schiffe können das Wasser rasch ansteigen lassen
Wie der Mäuseturm sicher erreichbar ist
Ein Besuch des Mäuseturms ist nach Angaben der Stadt gefahrlos mit einer organisierten Schiffstour möglich. Die Insel mit dem Turm liegt am südlichen Ende des Welterbes Oberes Mittelrheintal und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen von Bingen.
Warum der Mäuseturm so bekannt ist
Seinen Namen trägt der Turm wegen einer alten Sage um den Mainzer Erzbischof Hatto II. Der Überlieferung nach soll er während einer Hungersnot Arme eingesperrt und verbrannt haben. Ihre Schreie habe er mit dem Pfeifen von Mäusen verglichen. Daraufhin sollen ihn Tausende Mäuse bis auf die Insel verfolgt und dort im Turm getötet haben.
Der Turm entstand ursprünglich wohl im 14. Jahrhundert als Teil eines Zoll-Sperrsystems mit der gegenüberliegenden Burg Ehrenfels bei Rüdesheim. Nach Zerstörungen in Kriegen wurde er Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil wieder aufgebaut. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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