Warnung für Wälder in Rheinland-Pfalz: Experte rät bei Wind zur Vorsicht
- Das tödliche Unglück in Schleswig-Holstein bewegt Waldbesucher (Archivbild)
- Foto: Daniel Reinhardt/dpa
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Rheinland-Pfalz. Spaziergänge und Wanderungen im Wald gehören für viele Menschen im Südwesten zum Alltag. Forstexperten raten jedoch zu besonderer Vorsicht bei starkem Wind. Dann steigt die Gefahr durch abbrechende Äste oder umstürzende Bäume.
Der Hintergrund sind mehrere tödliche Unfälle an den Osterfeiertagen. Am Ostersonntag, 5. April, starben drei Menschen in einem Waldstück bei Flensburg, nachdem ein Baum während starker Böen umgestürzt war. Der Fall sorgt auch bei Waldbesuchern in Rheinland-Pfalz und im Saarland für Aufmerksamkeit.
Martin Janner, Gemeindewaldförster in Oberwallmenach im Rhein-Lahn-Kreis und „Förster des Jahres 2023“, empfiehlt deshalb eine einfache Regel. „Ich kann nur raten, auf den Wind zu achten. Bei stärkerem Wind sollte man aus den Wäldern draußen bleiben“, sagt der Experte. Das gelte nicht erst bei Orkanstärke. Schon vorher könne es gefährlich werden.
Warum Wind im Wald gefährlich werden kann
In vielen Laubwäldern hängen abgestorbene Äste in den Baumkronen. Bei Böen können sie abbrechen und zu Boden fallen. Auch ganze Bäume können umstürzen.
Forstbetriebe versuchen besonders an stark besuchten Orten für Sicherheit zu sorgen. Dazu gehören etwa Waldparkplätze oder Trimm-dich-Pfade. Dort wird Totholz regelmäßig entfernt. In der Fläche der Wälder sei das jedoch kaum möglich.
Blick nach oben kann helfen
Beim Spaziergang empfiehlt der Förster, gelegentlich in die Baumkronen zu schauen. Trockene Äste oder abgestorbene Kronen können ein Hinweis auf Gefahr sein.
Das sei allerdings nicht immer leicht zu erkennen. Gerade bei Eichen und Buchen könne ein Baum unten gesund aussehen, während weiter oben bereits abgestorbene Äste hängen.
Diese Baumart gilt derzeit als besonders riskant
Eine besondere Rolle spielt die Esche. Viele dieser Bäume sterben derzeit in ganz Deutschland ab. Ursache ist ein eingeschleppter Pilz mit dem Namen „Falsches Weißes Stängelbecherchen“.
Der Pilz befällt den gesamten Baum bis in die Wurzeln. Dadurch verlieren Eschen ihre Stabilität und können vergleichsweise leicht umstürzen.
Trockenheit schwächt viele Wälder
Hinzu kommt die Trockenheit der vergangenen Jahre. Laut Experten sind viele Bäume dadurch geschwächt und anfälliger für Krankheiten oder Schäden.
Nach dem aktuellen Waldschadensbericht für 2025 gelten mehr als 80 Prozent der Bäume in Rheinland-Pfalz als geschädigt. Ursachen sind unter anderem Klimawandel, Trockenheit, Luftschadstoffe und Schädlinge. Mit rund 43 Prozent Waldfläche ist Rheinland-Pfalz zugleich das waldreichste Bundesland.
Tipps für mehr Sicherheit im Wald
- Bei stärkerem Wind auf einen Waldbesuch verzichten.
- Im Wald regelmäßig in die Baumkronen schauen.
- Bereiche mit viel Totholz oder abgestorbenen Bäumen meiden.
- Auf Warnhinweise oder Absperrungen der Forstbetriebe achten.
Gerade im Frühling zieht es wieder viele Menschen zum Wandern, Spazierengehen oder Radfahren in die Natur. Die erholsame Wirkung des Waldes bleibt unbestritten. Bei Wind gilt jedoch besondere Vorsicht. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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