Waldbrand vermeiden: Was im Sommer im Wald tabu ist
- Waldbrand vermeiden: Wenn es im Wald brennt, ist Handeln gefragt. Umso wichtiger, dass man mit dem richtigen Verhalten Brände verhindern kann.
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Waldbrand vermeiden. Wer im Sommer im Wald unterwegs ist, kann das Brandrisiko mit wenigen Regeln deutlich senken und im Ernstfall schneller richtig reagieren.
In Deutschland hat es im vergangenen Jahr fast 1.200 Mal in Wäldern gebrannt. Das war mehr als doppelt so oft wie im Jahr davor. Dabei wurden rund 2.600 Hektar Wald zerstört. Das entspricht etwa 3.700 Fußballfeldern. Seit Montag versuchen zudem im Müritz-Nationalpark mehrere Hundert Einsatzkräfte, brennende Waldflächen unter Kontrolle zu bringen.
Der Deutsche Wetterdienst bewertet die Waldbrandgefahr täglich mit dem Waldbrandgefahrenindex. Für die kommenden Tage wird das Risiko in weiten Teilen Deutschlands als gering oder mittel eingeschätzt. Im Nordosten und Südwesten liegt es teilweise höher.
Diese Regeln senken das Risiko im Wald spürbar
Waldbesucher können nach Hinweisen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und des ADAC Hessen-Thüringen schon mit einfachen Verhaltensregeln dazu beitragen, Brände zu vermeiden:
- Im Wald nicht rauchen. In vielen Bundesländern ist das von Samstag, 1. März, bis Freitag, 31. Oktober, ohnehin verboten. In Sachsen-Anhalt gilt das Verbot von Samstag, 15. Februar, bis Mittwoch, 15. Oktober. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen gilt es ganzjährig.
- Kein Feuer entzünden und nicht im oder am Wald grillen. Schon ein einzelner Funke kann bei längerer Trockenheit ausreichen. Zu Waldrändern gilt ein Mindestabstand von 100 Metern.
- Autos, Motorräder und landwirtschaftliche Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Flächen abstellen. Heiße Katalysatoren und Auspuffrohre können trockene Böden, Gras oder Laub entzünden.
- Zufahrtswege zu Waldgebieten freihalten. Feuerwehr und andere Hilfsdienste sind im Einsatzfall auf diese Wege angewiesen.
Wird ein Brand im Anfangsstadium entdeckt oder ist bereits etwas schiefgegangen, rät die Landesregierung Baden-Württemberg dazu, Ruhe zu bewahren und die 112 zu wählen. Wichtig für den Notruf sind Angaben zum Brandort, zum Brandgeschehen, zu möglichen Gefahren für Menschen, Häuser oder andere Einrichtungen und zum eigenen Standort. Über die App «Hilfe im Wald» können Einsatzkräfte direkt zum gemeldeten Standort navigiert werden.
Versicherung zahlt meist bei Fahrlässigkeit
Wer versehentlich einen Brand verursacht, haftet grundsätzlich für den entstandenen Schaden. Nach Angaben des Bundes der Versicherten übernimmt in solchen Fällen meist die Privathaftpflichtversicherung. Die Deckungssumme sollte mindestens 15 Millionen Euro betragen. War ein heißer Katalysator am Auto die Ursache, greift in der Regel die Kfz-Haftpflichtversicherung.
Wer einen Brand vorsätzlich legt, kann dagegen nicht mit Versicherungsschutz rechnen. Dann drohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Auch fahrlässiges Handeln kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden. Für den Alltag heißt das vor allem, dass schon kleine Nachlässigkeiten im Wald teuer und strafbar werden können. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |