Waldbrand-Einsatz in Rheinland-Pfalz: So ist das Land gerüstet
- Im Kreis Bad Kreuznach wurde aus einem zunächst überschaubaren schnell ein komplexer Einsatz. (Archivbild)
- Foto: Kevin Schößler/dpa
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Rheinland-Pfalz. Waldbrände können im Südwesten schnell zu langen und aufwendigen Einsätzen führen. In Rheinland-Pfalz stehen dafür inzwischen spezielle Fahrzeuge, Polizeihubschrauber und weitere Technik bereit.
Das waldreiche Bundesland hatte in diesem Sommer bereits trockene und heiße Phasen. Am Rotenfels bei Bad Kreuznach gab es zudem einen größeren Brand. Das Innenministerium verweist darauf, dass Wald- und Vegetationsbrände je nach Lage sehr unterschiedliche Mittel erfordern und der Bestand deshalb gezielt ausgebaut wurde.
Diese Technik steht für Waldbrände bereit
Nach Angaben des Ministeriums wurden acht geländegängige Tanklöschfahrzeuge angeschafft. Sie sind jeweils einem Leitstellenbereich zugeordnet, können bei Bedarf aber landesweit eingesetzt werden. Die Fahrzeuge kosteten zusammen rund 3,5 Millionen Euro.
Zu ihrer Ausstattung gehören ein 3000-Liter-Wassertank, Waldbrand-Werkzeuge und ein Allradantrieb. Sie können bis zu 1,20 Meter Wasserhöhe durchfahren. Weitere 300 Liter Wasser dienen dem Eigenschutz und erzeugen in extremer Hitze einen Wasservorhang.
Seit zwei Jahren verfügt das Land außerdem über zwei neue Polizeihubschrauber vom Typ Airbus H145. An ihnen können Außenbehälter mit mehreren hundert Litern Löschwasser befestigt werden. Die Hubschrauber kosteten rund 36 Millionen Euro.
Die Maschinen erreichen laut Ministerium bis zu 280 Stundenkilometer und bleiben mit einer Tankfüllung mehr als drei Stunden in der Luft. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 650 Kilometern. Für Einsätze wichtig sind auch eine Rettungswinde mit 90 Meter langem Seil und hochauflösende Kameras, deren Bilder Behörden für den Katastrophenschutz schnell zur Verfügung gestellt werden können.
- Acht geländegängige Tanklöschfahrzeuge für das ganze Land
- Zwei Polizeihubschrauber mit Löschwasserbehältern
- Löschrucksäcke für Nachlöscharbeiten an Glutnestern
- Waldbrandhacken und leichte Schutzkleidung für Einsatzkräfte
Was bei großen Bränden zusätzlich möglich ist
Bei Waldbränden auf mit Munition oder anderen Kampfmitteln belasteten Flächen können auch Löschroboter eingesetzt werden. Darauf verweist das Innenministerium mit Blick auf den Brand nahe Traisen im Kreis Bad Kreuznach. Dort wurde ein Löschroboter aus Niedersachsen angefordert.
Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sitzt zudem ein Unternehmen, das eine ferngesteuerte Raupe für solche Lagen entwickelt hat. Mit dem Kreis Bernkastel-Wittlich besteht dazu ein Kooperationsvertrag.
Welche Spezialtechnik genutzt wird, entscheidet grundsätzlich die örtlich zuständige Einsatzleitung. Je nach Größe des Brandes kann das eine Kommune oder ein Kreis sein. Wenn Geräte vor Ort nicht verfügbar sind, werden länderübergreifende Anforderungen über die Lagezentren koordiniert.
Wie das Land seine Lage einschätzt
Innenminister Achim Schwickert von der CDU sieht Rheinland-Pfalz gut aufgestellt. Er verweist auf moderne Einsatzkonzepte, spezielle Fahrzeuge, landesweit verfügbare Unterstützung und Luftunterstützung. Zugleich betont er, dass die Einsätze durch trockenere Sommer komplexer werden.
Die Erfahrungen aus dem Einsatz am Rotenfels sollen gemeinsam mit den Kommunen ausgewertet werden. Geprüft werden soll, ob Konzepte nachgesteuert werden müssen. Landesforsten arbeitet außerdem mit der Branddirektion Frankfurt und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg an einem Projekt, das Forst- und Feuerwehrpersonal besser vernetzen soll.
Ministerpräsident Gordon Schnieder von der CDU hatte den Einsatz nahe Traisen besucht. Dabei sagte er, dass über die Anschaffung weiteren Geräts nachgedacht werden müsse. Fest geplant ist nach Angaben des Innenministeriums der Aufbau von Materiallagern des Landes.
Warum Rheinland-Pfalz nicht als Hochrisikoland gilt
Rheinland-Pfalz verfügt über mehr als 850000 Hektar Wald. Das entspricht 43 Prozent der Landesfläche. Trotz dieses hohen Waldanteils gilt das Land bundesweit nicht als besonders waldbrandgefährdet.
Ein Grund ist laut Landesforsten der hohe Laubbaumanteil von rund 60 Prozent. Hinzu kommt, dass der Anteil der Mischwälder inzwischen bei 85 Prozent liegt. Größere Brände treten häufiger in reinen Nadelwaldregionen auf. Auch das dichte Wegenetz im Wald hilft, weil Feuerwehren Brandorte schneller erreichen und Wege im Ernstfall auch als Brandschneisen dienen können.
Folgen für Tiere im Wald
Wie schwer ein Waldbrand Tiere trifft, hängt nach Angaben des Nabu vor allem von Intensität und Größe des Feuers ab. Besonders betroffen sind wenig mobile Arten wie Amphibien, Reptilien und viele Insekten. Auch Jungtiere und bodenbrütende Vogelarten können oft nicht rechtzeitig fliehen. Größere Säugetiere und viele Vogelarten bringen sich dagegen meist frühzeitig in Sicherheit. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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