Versteckte Personalkosten senken: So helfen bKV und bAV im Betrieb
- Versteckte Personalkosten durch Krankheitstage, Fluktuation und Vakanzzeiten. Einordnung von bKV und bAV als mögliche Instrumente.
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Versteckte Personalkosten. Wer Krankheitstage, Fluktuation und lange Vakanzzeiten zusammenrechnet, erkennt oft erst dann, warum trotz solider Zahlen im Controlling am Jahresende weniger Gewinn übrig bleibt.
Gerade im Mittelstand verteilen sich diese Kosten über viele Prozesse und tauchen nicht als einzelne Position in der Gewinn- und Verlustrechnung auf. Der Hebel liegt darin, die Treiber gemeinsam zu betrachten und ihre Wirkung auf Produktivität, Team-Belastung und Projektverzögerungen zu beziffern.
Als Quelle nennt der Anbieter Team72Grad genau diese „indirekte Gewinnvernichtung“ als typisches Muster. Gemeint sind reale Kosten, die entstehen, aber im Alltag nicht aktiv gesteuert werden, obwohl Daten dazu meist vorhanden sind.
Was hinter „indirekter Gewinnvernichtung“ steckt
Drei Kostentreiber stehen im Mittelpunkt und verstärken sich häufig gegenseitig.
- Krankheitstage: Neben Lohnfortzahlung fallen laut Team72Grad auch Produktivitätsverluste, organisatorischer Mehraufwand und zusätzliche Belastungen für andere Teammitglieder an. Als grobe Größenordnung wird ein Ausfalltag mit rund 500 Euro oder mehr beziffert. In eng verzahnten Abläufen können Folgekosten steigen, wenn etwa bei Ausfall einer Fachkraft Maschinen und weitere Mitarbeitende nicht arbeiten können.
- Fluktuation: Wechsel verursachen Kosten für Suche, Auswahl, Einarbeitung und häufig auch Qualitäts- oder Tempo-Verluste in der Übergangszeit.
- Vakanzzeiten: Bleiben Stellen länger unbesetzt, verzögern sich Projekte oder Aufgaben werden intern umverteilt. Das erhöht Überstunden, Fehleranfälligkeit und Reibungsverluste.
In Summe können diese Faktoren laut Team72Grad bis zu 20 Prozent der gesamten Lohn- und Gehaltssumme ausmachen, ohne klar sichtbar zu sein. Das ist keine allgemein gültige Kennzahl für jedes Unternehmen, zeigt aber, warum eine konsolidierte Sicht auf Fehlzeiten, Wechsel und Vakanzzeiten wirtschaftlich relevant sein kann.
Betriebliche Krankenversicherung als Hebel bei Ausfallzeiten
Die betriebliche Krankenversicherung, kurz bKV, wird im Text als arbeitgeberfinanziertes Vorsorgemodell beschrieben, das zusätzliche Gesundheitsleistungen ermöglicht. Genannt werden unter anderem Telemedizin, schnellere Facharzttermine und beschleunigte Diagnostik. Die dahinterliegende Logik ist betriebswirtschaftlich einfach: Wenn Erkrankungen früher erkannt und behandelt werden, können Ausfallzeiten sinken.
Team72Grad nennt als Beispiel, dass bereits eine Reduktion von 0,1 bis 0,8 Krankheitstagen pro Mitarbeitenden und Jahr ausreichen kann, um die Kosten einer bKV zu kompensieren. Ob das im Einzelfall gelingt, hängt unter anderem von Branche, Krankenstand, Lohnniveau und konkretem Tarifumfang ab.
Praktisch wichtig für die Organisation ist ein weiterer Punkt aus dem Text: Der administrative Aufwand soll gering sein, weil Auswahl, Einrichtung und Betreuung über spezialisierte Dienstleister laufen. Arbeitgeber sollen zudem nicht in medizinische oder personenbezogene Daten eingebunden sein.
Mehr Bindung, weniger Fluktuation als Nebeneffekt
Als zusätzlicher Effekt wird eine höhere Arbeitgeberattraktivität genannt, weil Mitarbeitende Zusatzleistungen im Alltag direkt nutzen können. Das kann in Phasen von Fachkräftemangel eine Rolle spielen, wenn offene Stellen länger unbesetzt bleiben.
Team72Grad verweist außerdem darauf, dass Leistungen teils auf Familienangehörige ausweitbar sind. Auch der schnellere Zugang zu Beratungs- oder Therapieangeboten kann relevant sein, wenn psychische Belastungen zu längeren Ausfällen führen.
Betriebliche Altersversorgung als zweite Säule der Vorsorge
Neben der bKV wird die betriebliche Altersversorgung, kurz bAV, als ergänzendes Instrument beschrieben. Der Nutzen liegt aus dieser Perspektive weniger in kurzfristig messbaren Krankheitstagen, sondern in langfristiger Bindung, planbareren Prozessen und entlasteter Administration in HR und Lohnabrechnung, wenn Systeme modernisiert und standardisiert werden.
Wer im Betrieb die „versteckten Personalkosten“ in den Griff bekommen will, kann daraus eine pragmatische Konsequenz ableiten: Fehlzeiten, Fluktuation und Vakanzzeiten gemeinsam messen und erst dann entscheiden, ob bKV, bAV oder eine Kombination in die eigene Kostenlogik passt.
Weiterführende Informationen aus der Quelle Team72Grad: https://www.team72grad.de/ und Kontakt per E-Mail impressum@indirekte-gewinnvernichtung.de.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |