Umweltfreundliches Papier kaufen: Diese Siegel helfen bei Recyclingpapier
- Umweltfreundliches Papier kaufen - an ihm kann man sich beim Papierkauf getrost orientieren: Der «Blauer Engel» ist eine bekannte Kennzeichnung unter anderem für Recyclingpapier.
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Umweltfreundliches Papier kaufen. Wer Druckerpapier, Schulhefte oder Toilettenpapier kauft, kann mit dem richtigen Label Umweltbelastungen deutlich senken. Produkte aus Altpapier benötigen weniger Energie, weniger Wasser und kein zusätzlich gefälltes Holz.
Papier wird häufig nur einmal genutzt und landet danach im Altpapier. Die Herstellung von Papier aus frischen Holzfasern verbraucht jedoch viel Energie, Wasser und Holz. Außerdem können im Produktionsprozess Chemikalien eingesetzt werden, die Gewässer belasten. Darauf weist das Umweltbundesamt hin. Recyclingpapier gilt deshalb als deutlich ressourcenschonendere Alternative. Es ist längst nicht mehr nur grau oder braun erhältlich, sondern auch als weißes Kopierpapier, Notizblock oder Versandkarton.
Recyclingpapier spart Energie, Wasser und Holz
Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes verursacht Recyclingpapier deutlich geringere Umweltbelastungen als Papier aus Frischfasern.
- Der Energiebedarf ist etwa halb so hoch.
- Der Wasserverbrauch sinkt auf etwa ein Siebtel bis ein Drittel.
- Die Treibhausgasemissionen liegen im Schnitt rund 15 Prozent niedriger.
- Es werden weniger Bleichmittel eingesetzt.
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied. Ein Paket mit 500 Blatt Papier wiegt etwa 2,5 Kilogramm. Wird dafür Recyclingpapier statt Frischfaserpapier verwendet, lassen sich laut Umweltbundesamt rund 5,5 Kilogramm Holz und etwa 7,5 Kilowattstunden Energie einsparen. Diese Energiemenge reicht ungefähr aus, um etwa 525 Tassen Kaffee zu kochen.
Auch beim Preis gibt es oft keinen Nachteil. Laut Naturschutzbund Deutschland sind Schulhefte aus Recyclingpapier häufig sogar günstiger als Produkte aus frischen Holzfasern.
Blauer Engel setzt die strengsten Umweltstandards
Beim Einkauf helfen Umweltzeichen. Besonders häufig sind mehrere Papier-Siegel im Handel zu finden. Das Siegel „Blauer Engel“ steht für Papier, das zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt wird. Bei der Produktion sind Chlor, optische Aufheller und halogenierte Bleichmittel verboten. Der Naturschutzbund empfiehlt dieses Label, weil es zu den strengsten Umweltstandards für Recyclingpapier zählt.
Auch das Label „FSC Recycled“ kennzeichnet Produkte aus vollständig recyceltem Material. Allerdings können laut Naturschutzbund auch Schnittreste aus der Papierproduktion enthalten sein. Zudem gibt es weniger konkrete Vorgaben zu Energieverbrauch, Wasserverbrauch und eingesetzten Chemikalien. Daneben existieren die Siegel „FSC“ und „PEFC“. Sie stehen nicht für Recyclingpapier, sondern für Papier aus Frischfasern aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Der Naturschutzbund bewertet die Kriterien von FSC als strenger als die des PEFC-Systems.
Ein weiteres Label ist „Aqua Pro Natura – Weltpark Tropenwald“. Es kennzeichnet Papier aus 100 Prozent Frischfasern. Laut Naturschutzbund soll das Siegel garantieren, dass das Holz nicht aus tropischen Regenwäldern stammt. Greenpeace weist jedoch darauf hin, dass das Label keine unabhängige Zertifizierung und keine Kontrollen vorsieht.
Bezeichnungen wie „holzfrei“ können irreführend sein
Auch Produktbeschreibungen auf der Verpackung sagen nicht immer etwas über die Umweltbilanz aus. Die Angabe „chlorfrei gebleicht“ bedeutet nicht automatisch, dass vollständig auf Chlorverbindungen verzichtet wurde. Erst die Formulierung „100 Prozent chlorfrei“ schließt den Einsatz solcher Stoffe aus.
Ebenso missverständlich ist die Bezeichnung „holzfrei“. Papier kann trotzdem aus frischen Holzfasern bestehen. Der Begriff beschreibt lediglich einen Produktionsschritt. Dabei wird das im Holz enthaltene Lignin entfernt, damit das Papier weniger vergilbt und einen höheren Weißgrad erhält.
Umweltfreundliches Papier kaufen
Recyclingpapier ist heute in vielen Varianten erhältlich. Je heller und weißer es ist, desto mehr Chemikalien können allerdings im Herstellungsprozess eingesetzt werden. Entscheidend für eine umweltschonende Wahl bleibt deshalb vor allem ein anerkanntes Recycling-Siegel wie der „Blaue Engel“. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |