Topfkräuter länger frisch halten: So bleiben Supermarkt-Kräuter deutlich länger aromatisch
- Kräuter brauchen zum Wachsen ausreichend Wasser, Licht und Nährstoffe.
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Topfkräuter länger frisch halten. Frisch gekaufte Kräuter aus dem Supermarkt sehen oft kräftig und aromatisch aus – und lassen schon wenige Tage später die Blätter hängen. Der Grund ist meist nicht mangelnder grüner Daumen.
Häufig liegt das schnelle Eingehen der Pflanzen am kleinen Verkaufstopf. Viele Kräuter sind darin viel zu dicht gepflanzt, die Erde ist schnell ausgelaugt und die Wurzeln haben kaum Platz. Wer seine Küchenkräuter direkt nach dem Kauf richtig versorgt, kann ihre Lebensdauer aber deutlich verlängern – und oft sogar für mehrere Ernten sorgen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät deshalb, die Pflanzen nach dem Kauf zuerst umzutopfen und erst danach zu ernten.
Wie kann ich frische Kräuter frisch halten?
Viele Kräuter im Handel sitzen mit zu vielen Trieben in einem viel zu kleinen Topf. Genau deshalb lohnt es sich, die Pflanzen möglichst schnell umzutopfen oder auf mehrere Töpfe zu verteilen. So bekommen die Wurzeln mehr Raum, die Erde kann Wasser besser speichern und die Pflanzen wachsen weiter, statt nach kurzer Zeit einzugehen.
Wichtig dabei: Der neue Topf sollte Abflusslöcher haben. Denn Staunässe ist für viele Kräuter ein echtes Problem. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können, sonst drohen faulende Wurzeln und matschige Erde.
Wie kann man Kräuter in der Küche halten?
Kräuter brauchen Feuchtigkeit – aber keine dauerhaft nasse Erde. Am besten wird erst gegossen, wenn die obere Erdschicht leicht trocken ist. Die Erde sollte insgesamt locker und nur leicht feucht bleiben.
Ebenso wichtig ist der Standort: Zu wenig Licht lässt die Pflanzen blass und schwach werden, zu viel pralle Sonne kann Blätter verbrennen. Ein heller Platz mit indirektem Licht ist für viele Topfkräuter ideal, etwa auf einer Fensterbank oder einem geschützten Balkon.
- Gegossen wird am besten erst dann, wenn die obere Erdschicht trocken ist. Die Erde sollte leicht feucht bleiben, aber nicht nass. So lässt sich Wurzelfäule vermeiden.
- Bei zu wenig Licht werden die Blätter oft blass. Zu viel direkte Sonne kann braune oder verwelkte Blätter verursachen. Ein Platz mit indirektem Licht, etwa auf einer Fensterbank oder einem Balkon, gilt meist als geeignet.
- Für Kräuter mit leicht saurem Boden kann getrockneter Kaffeesatz als Dünger dienen. Petersilie, Basilikum oder Minze profitieren davon. Der Kaffeesatz sollte vorher vollständig trocknen, damit sich kein Schimmel bildet. Kalkliebende mediterrane Kräuter wie Bohnenkraut, Salbei oder Lavendel vertragen diesen Dünger dagegen nicht.
Dieser Küchenrest kann manchen Kräutern helfen
Wer Basilikum, Petersilie oder Minze düngen möchte, kann in kleinen Mengen sogar getrockneten Kaffeesatz verwenden. Er eignet sich für Kräuter, die eher leicht sauren Boden mögen. Wichtig ist nur, dass der Kaffeesatz vollständig getrocknet ist – sonst kann sich schnell Schimmel bilden.
Für mediterrane Kräuter wie Salbei, Lavendel oder Bohnenkraut ist das allerdings keine gute Idee. Sie mögen kalkhaltigere Bedingungen und reagieren auf Kaffeesatz oft eher empfindlich.
Schonender Schnitt fördert neues Wachstum
Nicht nur Wasser und Licht entscheiden darüber, wie lange Kräuter halten. Auch die Ernte macht einen großen Unterschied. Blätter und Triebe sollten besser mit einer Schere oder einem Messer geschnitten als mit den Fingern abgerissen werden. Das schont die Pflanze und fördert neues Wachstum.
So klappt es bei beliebten Küchenkräutern besonders gut:
- Basilikum wächst buschiger, wenn Triebspitzen oberhalb der Blattpaare abgeschnitten werden.
- Bei Petersilie werden zuerst die äußeren Stiele geerntet.
- Beim Thymian eignen sich nur junge, noch nicht verholzte Triebe.
- Minze kann eine Handbreit über der Erde komplett abgeschnitten werden.
- Schnittlauch wird etwa zwei bis drei Zentimeter über dem Boden geschnitten.
- Beim Koriander lassen sich einzelne Blätter ernten oder ganze Triebe bodennah entfernen.
Wie lange halten frische Kräuter im Kühlschrank?
Auch nach der Ernte kommt es auf die richtige Lagerung an. Frische Kräuter halten sich am besten im Gemüsefach des Kühlschranks. Dabei sollten sie nicht im Wasserglas stehen, weil sie so schneller welk werden und Aroma verlieren können. Besser ist es, die Kräuter leicht mit Wasser zu besprühen oder in feuchtes Küchenpapier einzuschlagen.
Wer sie ein paar Tage aufheben will, kann sie außerdem in einer luftdicht schließenden Dose oder locker in einem verschlossenen Kunststoffbeutel im Kühlschrank lagern. Auch feuchtes Küchenpapier hilft dabei, den Feuchtigkeitsverlust zu bremsenMit ausreichend Platz, gleichmäßiger Feuchtigkeit und einem gezielten Schnitt bleiben viele Topfkräuter deutlich länger aromatisch und wachsen oft sogar nach.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |