TK-Beeren sicher essen: Warum Erhitzen vor Viren schützt
- Um eventuelle Keime abzutöten, empfiehlt es sich, Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr für einige Minuten bei 90 Grad zu erhitzen.
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TK-Beeren erhitzen. Tiefkühlbeeren sollten vor dem Verzehr mehrere Minuten erhitzt werden, weil so das Risiko durch Noro- oder Hepatitis-A-Viren sinkt. Gerade im Alltag mit Smoothies, Müsli oder Joghurt wirkt das zwar umständlich, aus Sicht von Verbraucherschützern ist es aber eine wichtige Vorsichtsmaßnahme.
Gefrorene Beeren sind praktisch und schnell verwendet. Das Problem ist, dass mögliche Krankheitserreger das Frosten überstehen können. Auch wenn ein Hinweis nicht auf jeder Packung steht, gilt Erhitzen deshalb als sichere Einordnung für den Verzehr.
Viren können schon bei Ernte und Verarbeitung auf die Beeren gelangen
Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt mehrere Wege, über die Noroviren in Tiefkühlbeeren gelangen können. Dazu zählen unsachgemäße Bewässerung oder Düngung, infizierte Personen bei Ernte und Verpackung sowie verunreinigtes Wasser, das beim Gefrierprozess eingesetzt wird.
Hinzu kommen nach Einschätzung von Fachleuten zunehmende Starkregenereignisse und Überschwemmungen, die die Verbreitung solcher Erreger begünstigen können. Professor Jürgen Wenzel von der Uniklinik Regensburg verweist dabei besonders auf Beerenimporte aus tropischen Gebieten, Teilen des Mittelmeerraums und Osteuropa sowie aus Ländern mit unzureichenden Hygienebedingungen.
"Etwa 30 Prozent der zu uns importierten Beeren, wie Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, kommen aus potenziellen Risikogebieten. Somit steigt natürlich auch bei uns das Risiko, sich mit Hepatitis- oder Noroviren anzustecken", erklärt der Forscher.
«Durch das Frosten finden nicht nur die Früchte, sondern auch anhaftende Viren ideale Bedingung vor, um sich nach dem Auftauen den Menschen als Wirt zu suchen und Erkrankungen auszulösen», erklärt Wenzels Uni-Kollege Mathias Schemmerer.
Besonders für Kinder, Ältere und Kranke kann das relevant sein
"Noroviren verursachen bei Menschen aller Altersgruppen akut beginnende Brechdurchfälle, die zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust führen können", warnt das BfR. Bei Säuglingen, Kleinkindern sowie alten und kranken Menschen könnten die Erkrankungen auch schwer verlaufen und vereinzelt tödlich enden.
Hepatitis-A-Viren können schlimmstenfalls eine Leberentzündung auslösen, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schreibt.
Mehrminütiges Erhitzen gilt als entscheidender Schutz
Nach Angaben von LAVES und BfR reicht kurzes oder ungleichmäßiges Erwärmen nicht aus, wenn Tiefkühlbeeren mit Noroviren belastet sind. Als geeignet gilt ein mehrminütiges Erhitzen auf Kerntemperaturen von über 90 Grad, um möglicherweise vorhandene Viren vollständig zu inaktivieren.
Für den Alltag bedeutet das laut Verbraucherzentrale, TK-Beeren rund zwei Minuten in einem Topf mit etwas Wasser köcheln zu lassen. Frische Beeren sollten gründlich abgewaschen werden.
Wer Tiefkühlbeeren nicht direkt mitbackt oder vollständig durcherhitzt, senkt das Risiko mit kurzem Aufkochen deutlich. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |