Teilhabe in Rheinland-Pfalz: Viele Kinder gehen leer aus
- Der 15-Euro-Zuschuss kann zum Beispiel verwendet werden, um die Mitgliedschaft im Sportverein zu bezahlen. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Viele Kinder aus Familien mit Grundsicherung bekommen in Rheinland-Pfalz Geld für Sport und Kultur trotz Anspruchs oft nicht. Das zeigt eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung.
Nur rund 9 Prozent der anspruchsberechtigten 6- bis unter 15-Jährigen erhalten demnach den monatlichen Zuschuss von 15 Euro für soziale und kulturelle Teilhabe. Bundesweit liegt die Quote bei 18,3 Prozent. Bei den 15- bis unter 18-Jährigen sind es in Rheinland-Pfalz nur 4,2 Prozent. Im Bundesdurchschnitt sind es 12,1 Prozent.
Rheinland-Pfalz liegt bundesweit hinten
Damit ist Rheinland-Pfalz laut der Auswertung beim Teilhabebetrag das Schlusslicht im Ländervergleich. Der Zuschuss ist Teil des Bildungs- und Teilhabepakets. Er soll Kindern und Jugendlichen unter anderem Vereinsmitgliedschaften, Musikunterricht oder Ferienfreizeiten erleichtern.
Andere Leistungen werden deutlich häufiger genutzt. Den Zuschuss für Schulbedarf in Höhe von 195 Euro pro Jahr erhalten den Berechnungen zufolge 76 Prozent der 6- bis unter 15-Jährigen in Familien mit Grundsicherung. Das gemeinsame Mittagessen nutzen 28 Prozent. Bei den 15- bis unter 18-Jährigen liegen die Quoten niedriger.
- Teilhabezuschuss: 15 Euro pro Monat für Sport und Kultur
- 6 bis unter 15 Jahre: 9 Prozent in Rheinland-Pfalz
- 15 bis unter 18 Jahre: 4,2 Prozent in Rheinland-Pfalz
- Schulbedarf: 195 Euro pro Jahr
Anträge gelten als zu aufwendig
Die Stiftung sieht einen wichtigen Grund in der Bürokratie. Unterschiedliche Antragswege, komplexe Formulare und Nachweispflichten erschwerten Familien den Zugang, heißt es. Expertin Antje Funcke erklärte, die geringe Nutzung liege nicht an fehlendem Bedarf. Vielmehr sei der Betrag klein und der Weg dorthin sehr aufwendig.
Nach Einschätzung der Autoren hängt die Nutzung der Hilfen zudem stark vom Wohnort ab. In Schleswig-Holstein nehmen 59 Prozent der Berechtigten die Leistungen in Anspruch. In Mecklenburg-Vorpommern sind es 38 Prozent. In Berlin und Hamburg ist die Quote ähnlich niedrig wie in Rheinland-Pfalz.
Stiftung fordert einfacheren Zugang
Die Bertelsmann-Stiftung spricht sich dafür aus, die Gelder ohne zusätzliche Anträge auszuzahlen. Das könne Familien entlasten und zugleich den Verwaltungsaufwand in den Kommunen senken.
Das Bildungs- und Teilhabepaket war 2011 von der damaligen Bundesregierung aus CDU CSU und FDP eingeführt worden. Es umfasst unter anderem Hilfen für Ausflüge in Schule und Kita, Schülerbeförderung, Mittagessen, Lernförderung sowie Angebote in Sport und Kultur. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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