Studie zeigt: Viele Fahrräder sind gegen typische Schäden kaum versichert
- Studie zu häufigen Fahrradschäden und Versicherungsschutz bei Fahrrad und E-Bike.
- Foto: linexo by WERTGARANTIE, Foto: Felix Hartas
- hochgeladen von Wochenblatt Redaktion
Fahrradversicherung. Die Linexo-Bike-Studie zeigt, dass die häufigsten Fahrradschäden meist nicht Diebstahl sind, sondern Verschleiß, und dass viele Räder dafür gar nicht oder nur eingeschränkt abgesichert sind.
Im Alltag betrifft das vor allem typische Reparaturen an Reifen, Bremsen, Kette oder Zahnrädern. Wer dafür nur auf eine Hausratversicherung setzt, hat je nach Vertrag oft keinen Schutz bei vielen Schadenarten, die in der Praxis häufig auftreten.
Laut der Studie von linexo by WERTGARANTIE, die gemeinsam mit Statista rund 6.000 Fahrrad- und E-Bike-Besitzer befragt, war Abnutzung die häufigste Ursache unter den erlebten Schäden. Am Fahrrad entfielen mehr als 56 Prozent der Schadenursachen auf Verschleiß. Beim E-Bike waren es 37 Prozent.
Welche Schäden am häufigsten vorkommen und wo Schutz oft fehlt
Bei Verschleiß nannten Befragte besonders oft Teile, die im täglichen Einsatz schnell beansprucht werden.
- Reifen
- Bremsen
- Ketten
- Zahnräder
Nach dem Verschleiß folgen laut Studie eigenverschuldete Schäden, etwa Reifenpannen oder Oberflächenschäden, wenn ein Rad umstürzt. Linexo ordnet diese Schäden als Fälle ein, die Versicherer häufig unter „unsachgemäßer Handhabung“ führen. Als Gründe für Verschleiß vermuten Befragte vor allem alters- und nutzungsbedingte Materialermüdung, außerdem mangelnde Pflege und fehlende Wartung.
Beim Versicherungsschutz zeigt die Studie große Lücken. Fast die Hälfte der Fahrräder, 46,4 Prozent, und über ein Viertel der E-Bikes, 27,1 Prozent, sind demnach komplett ohne Versicherungsschutz unterwegs. Rund 40 Prozent setzen statt einer eigenständigen Fahrradversicherung nur auf eine Hausratversicherung, die je nach Vertrag häufig nur bei Einbruchdiebstahl greift.
Diebstahl wurde seltener erlebt als Verschleiß, kann aber hohe Kosten verursachen. In der Studie lag Diebstahl bei 17 Prozent (Fahrrad) und 19,8 Prozent (E-Bike). Für die praktische Einordnung ist entscheidend, ob eine Police auch dann leistet, wenn das Rad außerhalb der eigenen vier Wände gestohlen wird, und ob die Versicherungssumme bei teureren Rädern und E-Bikes tatsächlich einen Ersatz abdeckt. Auch eine mögliche Selbstbeteiligung verändert, wie viel am Ende wirklich erstattet wird.
Auffällig ist außerdem, dass viele Schäden gar nicht gemeldet werden. Über 90 Prozent der Verschleißschäden am Fahrrad und 75 Prozent der Verschleißschäden am E-Bike wurden laut Studie nicht an Versicherungen gemeldet. Auch technische Defekte, eigenverschuldete Schäden und Unfälle ohne Dritte werden mehrheitlich nicht gemeldet. Wenn Schäden angezeigt werden, übernehmen Versicherungen laut Studie rund 70 Prozent vollständig und etwa ein Viertel teilweise. Ablehnungen kommen nur selten vor.
Praktische Konsequenz: Die Studie spricht dafür, den eigenen Schutz einmal daran zu messen, welche Schäden im Alltag am häufigsten auftreten, und ob die bestehende Police diese Fälle überhaupt abdeckt.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |