Studie aus Hamburg: Spinnen vererben Trick gegen Sex-Tod

Die Männchen der Rotrückenspinne haben einen sportlichen Trick, um die Paarung mit der auch "Schwarze Witwe" bezeichneten Spinne zu überleben.  | Foto: Miriam Scriba/UHH/dpa
  • Die Männchen der Rotrückenspinne haben einen sportlichen Trick, um die Paarung mit der auch "Schwarze Witwe" bezeichneten Spinne zu überleben.
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Hamburg. Biologen haben nachgewiesen, dass Männchen einer australischen Spinnenart einen Überlebens-Trick bei der Paarung genetisch an Nachkommen weitergeben können.

Untersucht wurde die australische Rotrückenspinne, eine Verwandte der sogenannten „Schwarzen Witwe“. Die Männchen dieser Art zeigen bei der Paarung ein auffälliges Verhalten: Sie schlagen eine Art Rückwärtssalto in Richtung der Giftzähne des Weibchens. Zugleich verengt sich ihr Hinterleib stark. Nach Angaben der Forscher kann der Biss des Weibchens dadurch weniger tödlich sein. So steigen die Chancen, die Paarung zu überleben und sich ein zweites Mal zu paaren.

Vergleich mit neuseeländischer Spinnenart

Zum Vergleich analysierte das Forschungsteam auch die eng verwandte neuseeländische Rote Katipo. Deren Männchen zeigen weder den Salto noch die Verengung des Hinterleibs. Die Weibchen dieser Art töten und fressen ihre Partner allerdings auch nicht.

Die Wissenschaftler von den Universitäten Hamburg, Trier und Rostock kreuzten beide Arten mehrfach miteinander. Ziel war es, die genetischen Grundlagen des unterschiedlichen Paarungsverhaltens zu untersuchen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Biology Letters“ veröffentlicht worden.

Merkmale offenbar getrennt vererbbar

In einer dritten Generation der gekreuzten Tiere zeigte fast die Hälfte der Männchen ebenfalls Saltos. Eine Verengung des Hinterleibs war bei ihnen aber nicht zu beobachten. Das spricht den Forschern zufolge dafür, dass beide Merkmale genetisch weitgehend unabhängig voneinander vererbt werden.

Nach Einschätzung der Erstautorin Kardelen Özgün Uludağ von der Universität Hamburg eignet sich der Vergleich besonders gut, weil sich die beiden Arten erst vor etwa 100.000 Jahren voneinander getrennt haben. Als Nächstes wollen die Wissenschaftler klären, welche konkreten Gene hinter dem ungewöhnlichen Verhalten stehen und wie sie sich im Verlauf der Evolution entwickelt haben. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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