Strikter Stopp auf Rhein & Mosel: Warum Flussbestattungen derzeit ausfallen
- Beim Niedrigwasser sind im Rhein keine Flussbestattungen möglich (Symbolbild)
- Foto: Carsten Rehder/dpa
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Rheinland-Pfalz. Angehörige müssen sich bei geplanten Flussbestattungen derzeit auf unbestimmte Wartezeiten einstellen: Wegen des Niedrigwassers sind Beisetzungen im Rhein und auch in anderen dafür freigegebenen Flüssen im Land aktuell nicht möglich.
Nach Angaben von Bestattern und Behörden wurden bereits vereinbarte Termine abgesagt. Sebastian Trüb von Rheinbestattung Mainz sagte der Deutschen Presse-Agentur, sein Unternehmen habe seit mehreren Wochen keine Flussbestattung mehr durchgeführt. Vier bereits terminierte Fälle hätten verschoben werden müssen.
Beisetzungen derzeit in mehreren Flüssen ausgesetzt
Flussbestattungen sind in Rheinland-Pfalz im Rhein, in der Mosel, der Lahn und der Saar erlaubt. Voraussetzung ist aber unter anderem, dass in dem jeweiligen Gewässer mindestens der mittlere Abfluss vorhanden ist. Genau das ist nach Angaben der zuständigen Behörden derzeit nicht gegeben.
Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz teilte mit, dass dies aktuell auch für die Mosel gilt. Für den Norden des Landes wurden bislang 42 Flussbestattungen genehmigt, darunter 19 im Rhein, 20 in der Mosel und drei in der Lahn.
Auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd erklärte, dass wegen des Niedrigwassers derzeit keine Flussbestattungen im Rhein zulässig sind. Die Behörde ist für den Abschnitt zwischen Maxau bei Karlsruhe und Kaub zuständig.
Für Hinterbliebene ist die Unsicherheit besonders belastend
Bestatter berichten, dass die Verschiebungen für Angehörige emotional schwer wiegen. Eine Beisetzung markiere für viele Familien einen wichtigen Abschluss der Trauer. Wenn ein Termin auf unbestimmte Zeit ausfalle, bleibe diese Phase der Unsicherheit bestehen.
Die Trierer Bestatterin Ulrike Grandjean sagte, viele Hinterbliebene fänden erst mit der Beisetzung zur Ruhe. Eine deutlich spätere Bestattung könne die Belastung noch einmal verstärken.
Das gilt derzeit für Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz
- Erlaubt sind Flussbestattungen im Rhein, in der Mosel, der Lahn und der Saar
- Der Verstorbene muss den letzten Wohnsitz in Rheinland-Pfalz gehabt haben
- Verwendet werden dürfen nur spezielle Urnen, die sich im Wasser auflösen und sofort versinken
- Der Wasserstand und die Abflussmenge müssen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen
Für Bestatter ist die Lage auch organisatorisch schwierig. Trüb sprach von einem derzeit komplett lahmgelegten Geschäft. Bei normalen Pegelständen gebe es in Mainz nach seinen Angaben zwei bis drei Flussbestattungen pro Woche.
Keine schnelle Entspannung in Sicht
Nach Einschätzung von Fachleuten dürfte sich die Lage nicht rasch ändern. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz hatte zuletzt mitgeteilt, dass sich laut Sechs-Wochen-Vorhersagen eine substanzielle Entspannung nicht vor Anfang Oktober abzeichne.
Unabhängig davon gilt bei Urnenbeisetzungen in der Praxis nach Angaben von Bestattern, dass sie in der Regel innerhalb von sechs Monaten erfolgen sollten. Wann verschobene Flussbestattungen nachgeholt werden können, ist derzeit offen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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