Stärkere Füße durch Barfußschuhe: So gelingt der Umstieg

Natürliche Fußbewegung fördern: Barfußschuhe zeichnen sich durch eine dünne, flexible Sohle und viel Zehenfreiheit aus.  | Foto: dpa
  • Natürliche Fußbewegung fördern: Barfußschuhe zeichnen sich durch eine dünne, flexible Sohle und viel Zehenfreiheit aus.
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Barfußschuhe nutzen. Dünne Sohlen und viel Platz für die Zehen können die Fußmuskulatur stärker arbeiten lassen und so die natürliche Bewegung beim Gehen fördern. Wer Barfußschuhe trägt, nimmt einige Vorteile des Barfußlaufens mit in den Alltag, ohne auf Schutz vor Schmutz oder Splittern verzichten zu müssen.

Typisch für Barfußschuhe ist eine sehr dünne und flexible Sohle. Außerdem fehlt die sogenannte Sprengung. Damit ist der Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß gemeint. "Dadurch wird die natürliche Fußbewegung weniger beeinflusst und die Fußmuskulatur wird stärker gefordert", so Mellany Galla, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Genereller gesundheitlicher Vorteil lasse sich bei Barfußschuhen nicht ableiten

Regelmäßiges Barfußlaufen oder das Tragen solcher Schuhe kann die vielen kleinen Muskeln im Fuß stärken. Für Menschen ohne relevante Fußbeschwerden kann das Training der Fußfunktion sinnvoll sein. Ein genereller gesundheitlicher Vorteil für alle Menschen lasse sich wissenschaftlich jedoch nicht ableiten, erklärt die Fachärztin mit Schwerpunkt auf Sprunggelenk- und Fußchirurgie.

Ob Barfußschuhe tatsächlich guttun, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die individuelle Fußform, der Trainingszustand, das Körpergewicht oder mögliche Vorerkrankungen am Fuß oder Sprunggelenk. Bei Unsicherheiten kann eine orthopädische Einschätzung helfen.

Für wen Barfußschuhe problematisch sein können

In einigen Situationen ist besondere Vorsicht sinnvoll. Eine ärztliche Rücksprache gilt vor allem bei folgenden Voraussetzungen:

  • Eingeschränktes Schmerzempfinden an den Füßen, etwa durch eine Diabeteserkrankung. Eine Polyneuropathie kann dazu führen, dass Verletzungen oder Druckstellen zunächst unbemerkt bleiben.
  • Ausgeprägte Fußfehlstellungen wie ein Knick-Senkfuß. "Manche Betroffene benötigen stabilisierende Schuhe oder orthopädische Einlagen, um Beschwerden zu reduzieren", so Mellany Galla.
  • Fortgeschrittene Arthrose im Fuß- oder Sprunggelenk. Die Belastung beim Barfußlaufen oder in Barfußschuhen kann dann Schmerzen auslösen.

Der Umstieg gelingt nur schrittweise

Wer erstmals Barfußschuhe trägt, sollte die Tragedauer langsam steigern. Zu Beginn gelten etwa 30 bis 60 Minuten pro Tag als vorsichtiger Einstieg. In den folgenden Wochen kann die Dauer Schritt für Schritt erhöht werden.

Der Grund ist die ungewohnte Belastung für Strukturen rund um Fuß und Sprunggelenk. "Beim Wechsel zu Barfußschuhen müssen die Strukturen rund um Fuß und Sprunggelenk wie die Achillessehne, die Plantarfaszie und die kleinen Fußmuskeln deutlich mehr arbeiten."

Beim Umstieg berichten viele Menschen über Spannungsgefühle unter der Fußsohle oder im Bereich der Achillessehne. Auch Muskelkater in Waden und Füßen ist möglich. "Sollte man merken, dass Barfußschuhe stärkere Schmerzen verursachen, sollte man sie nicht weitertragen, ohne sich orthopädischen Rat einzuholen", rät Mellany Galla.

Ein langsamer Einstieg und die Beobachtung möglicher Beschwerden helfen dabei einzuschätzen, ob Barfußschuhe zum eigenen Alltag und zur individuellen Fußgesundheit passen. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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