Ständig müde trotz Schlaf? Ein Experte erklärt die Rolle des Darms

Anhaltende Tagesmüdigkeit und Stimmungstiefs können auch mit Verdauung und Ernährung zusammenhängen. Ein Blick auf Darmflora, Schlaf und Stress hilft, typische Auslöser im Alltag einzuordnen. | Foto: pathdoc/stock.adobe.com
  • Anhaltende Tagesmüdigkeit und Stimmungstiefs können auch mit Verdauung und Ernährung zusammenhängen. Ein Blick auf Darmflora, Schlaf und Stress hilft, typische Auslöser im Alltag einzuordnen.
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Darmgesundheit stärken. Ein stabiler Darm kann Energie, Stimmung und Regeneration im Alltag unterstützen – besonders dann, wenn Müdigkeit, Reizbarkeit und diffuse Verdauungsbeschwerden gleichzeitig auftreten.

Wer sich eigentlich gesund fühlt, aber trotzdem dauerhaft erschöpft ist, schlecht schläft oder sich innerlich unausgeglichen erlebt, sucht oft nach einer klaren Ursache. Häufig geraten dabei Stress oder Hormone in den Fokus. Der Ernährungsmediziner und Longevity-Experte Daniel Harbs weist jedoch darauf hin, dass auch der Darm eine Rolle spielen kann – denn dort treffen Stoffwechsel, Immunsystem und Nervensystem direkt aufeinander.

Im Alltag zeigt sich dieses Zusammenspiel häufig als Mischbild: wenig Energie trotz ausreichend Schlaf, Konzentrationsprobleme oder Stimmungstiefs – begleitet von Blähungen, Bauchschmerzen oder anderen Verdauungsbeschwerden. Für Harbs ist das kein Beweis für eine einzelne Ursache, aber ein Hinweis darauf, dass mehrere Körpersysteme eng miteinander verbunden sein können.

Warum der Darm mehr als nur Verdauung ist

Aus medizinischer Sicht erfüllt der Darm deutlich mehr Aufgaben als die reine Verarbeitung von Nahrung. Im Dünndarm werden Nährstoffe über eine stark vergrößerte Schleimhautoberfläche aufgenommen. Der Dickdarm wiederum gewinnt Wasser und Elektrolyte zurück und beherbergt das sogenannte Mikrobiom – ein komplexes Ökosystem aus Milliarden Mikroorganismen, das mit Stoffwechsel und Immunsystem in Verbindung steht.

Hinzu kommt das enterische Nervensystem, ein eigenständiges Nervengeflecht im Darm, das eng mit dem Gehirn kommuniziert.

Nach Angaben von Daniel Harbs entstehen zudem zahlreiche Botenstoffe, die viele Menschen vor allem mit dem Gehirn verbinden, zu großen Teilen im Darm. Dazu gehört etwa Serotonin, das Stimmung, Schlaf und Appetit beeinflussen kann. Auch der beruhigend wirkende Neurotransmitter GABA kann laut Harbs von bestimmten Darmbakterien produziert werden.

Die Kommunikation verläuft dabei in beide Richtungen: Dauerhafter Stress kann Verdauung, Mikrobiom und Darmbarriere belasten. Umgekehrt kann ein gestörter Darm laut Harbs auch Einfluss auf Stressresistenz und Stimmung nehmen.

Welche Alltagsfaktoren das Gleichgewicht im Darm stören können

Mehrere Faktoren aus dem Alltag können laut Harbs die Zusammensetzung der Darmflora und die Funktion der Darmbarriere beeinflussen. Dazu zählen unter anderem:

  • Dauerstress
  • zuckerreiche oder stark verarbeitete Ernährung
  • Alkohol und bestimmte Zusatzstoffe
  • Antibiotika und einige Medikamente, die das Mikrobiom verändern können
  • zu wenig Schlaf und zu wenig Bewegung

Bleibt ein solches Ungleichgewicht über längere Zeit bestehen, kann sich eine sogenannte Dysbiose entwickeln. Dabei nimmt die Vielfalt im Mikrobiom ab, während potenziell ungünstige Mikroorganismen stärker werden.

Beschrieben werden in diesem Zusammenhang Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen, aber auch eine erhöhte Infektanfälligkeit, entzündliche Prozesse oder anhaltende mentale Erschöpfung.

Auch die Darmbarriere spielt eine wichtige Rolle. Sie fungiert als Filter zwischen Darminhalt und Blutkreislauf. Wird diese Schutzfunktion beeinträchtigt, können Stoffe aus dem Darm leichter in den Körper gelangen und Immunreaktionen auslösen. Chronische Entzündungsprozesse werden in diesem Zusammenhang häufig als möglicher Treiber von Erschöpfung sowie von Symptomen wie Reizbarkeit, depressiver Verstimmung oder Konzentrationsproblemen diskutiert.

Welche Faktoren laut Experte die Darmgesundheit unterstützen können

Aus Longevity-Perspektive sieht Daniel Harbs den Darm daher als wichtigen Ansatzpunkt für langfristige Gesundheit. Entscheidend sei vor allem, das Mikrobiom stabil zu halten, die Darmbarriere zu schützen und den Stoffwechsel zu unterstützen.

Als praktische Ansatzpunkte im Alltag nennt er unter anderem:

  • eine ballaststoffreiche, möglichst vielfältige Ernährung
  • fermentierte Lebensmittel zur Unterstützung eines stabilen Mikrobioms
  • bewusste Stressreduktion, etwa durch Achtsamkeit, Atemübungen oder sanfte Bewegung
  • regelmäßige körperliche Aktivität zur Unterstützung von Stoffwechsel und mentaler Stabilität
  • ausreichend Schlaf als zentralen Regenerationsfaktor für Darm und Gehirn

Nach einer Antibiotikabehandlung könne zudem ein gezielter Wiederaufbau des Mikrobioms sinnvoll sein.

Wenn Beschwerden dauerhaft bestehen bleiben, empfiehlt Harbs eine medizinische Abklärung. In seiner Praxis nutzt er dafür unter anderem Mikrobiomanalysen sowie spezielle Verfahren wie Telomer- und Epigenetik-Analysen, um das biologische Alter einzuordnen. Solche Untersuchungen gehören allerdings zu spezialisierten Angeboten und ersetzen nicht die grundlegende medizinische Diagnostik bei anhaltenden oder starken Beschwerden.

Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Autor:

Laura Lüttmann aus Neustadt/Weinstraße

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