Solarstrom besser nutzen: Wann sich ein Batteriespeicher lohnt
- Wer selbst erzeugten Solarstrom speichert und später nutzt, kann den Netzbezug reduzieren und damit die laufenden Stromkosten spürbar senken.
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Batteriespeicher für Photovoltaik. Ein Stromspeicher kann sich finanziell lohnen, wenn die Kosten pro Kilowattstunde Speicherkapazität unter etwa 720 Euro liegen. Mit einer einfachen Überschlagsrechnung lässt sich abschätzen, ob sich die Investition für einen Haushalt rechnet. Darauf weist das Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.
Viele Photovoltaikanlagen produzieren tagsüber mehr Strom als im Haushalt direkt verbraucht wird. Ohne Speicher wird dieser Strom ins Netz eingespeist und vergleichsweise niedrig vergütet. Mit einem Batteriespeicher kann ein Teil des Solarstroms später selbst genutzt werden, etwa am Abend.
Eigenverbrauch bringt meist die größte Ersparnis
Entscheidend ist der Unterschied zwischen Strompreis und Einspeisevergütung. In einem Beispiel von Zukunft Altbau kostet eine Kilowattstunde Netzstrom rund 33 Cent. Für eingespeisten Solarstrom gibt es knapp acht Cent.
Der Vorteil durch Eigenverbrauch liegt damit bei etwa 25 Cent pro Kilowattstunde. Genau dieser Betrag ist die Grundlage für die weitere Rechnung.
So lässt sich die Wirtschaftlichkeit überschlagen
Für eine grobe Einschätzung werden drei Schritte vorgeschlagen:
- Pro Kilowattstunde Speicherkapazität wird angenommen, dass sie etwa 225 Mal pro Jahr vollständig geladen und wieder entladen wird.
- Batteriespeicher halten laut Verbraucherzentralen meist etwa 10 bis 15 Jahre.
- Bei einer Ersparnis von 25 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich über 15 Jahre ein Vorteil von rund 840 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität.
Allerdings entstehen beim Laden, Entladen und im Stand-by Verluste. Zukunft Altbau geht von etwa 15 Prozent aus. Nach Abzug dieser Verluste bleiben in der Beispielrechnung rund 720 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität.
Liegt der Anschaffungspreis darunter, kann sich ein Batteriespeicher wirtschaftlich rechnen. Liegen die Kosten deutlich darüber, fällt die Bilanz finanziell meist schlechter aus.
Speichergröße sollte zum Stromverbrauch passen
Auch die Größe des Speichers beeinflusst die Wirtschaftlichkeit. Die Verbraucherzentralen nennen als groben Richtwert etwa eine Kilowattstunde Batteriekapazität pro 1000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch.
Ein Haushalt mit rund 6000 Kilowattstunden Jahresverbrauch kommt laut Frank Hettler von Zukunft Altbau häufig mit sechs bis acht Kilowattstunden Speicherkapazität aus. "Mit Blick auf eine Zukunft mit Elektroauto und Wärmepumpe kann allerdings bereits heute die Anschaffung eines größeren Speichers sinnvoll sein."
Größere Speicher können außerdem bei variablen Stromtarifen Vorteile bringen. Dann lässt sich günstiger Netzstrom in Zeiten niedriger Börsenpreise speichern und später im Haushalt nutzen, wenn Strom teurer ist oder die Solaranlage wenig produziert.
Damit hängt die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers vor allem vom Stromverbrauch im Haushalt, vom Preis des Speichers und von der tatsächlichen Nutzung des Solarstroms ab. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |