Slush-Eis für Kinder: Ab wann Glycerin problematisch wird
- Vielen Slush-Eis-Getränken wird Glycerin zugesetzt, um es geschmeidiger zu machen. Das kann in höheren Mengen aber zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit führen. (zu dpa: «Kopfweh und mehr: Behörde warnt vor Glycerin in Slush-Eis»)
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Slush-Eis für Kinder. Schon knapp 200 Milliliter Slush-Eis können für ein fünfjähriges Kind reichen, um eine gesundheitlich relevante Menge Glycerin aufzunehmen. Für Eltern heißt das vor allem im Sommer, genauer auf Inhaltsstoffe zu achten oder auf Alternativen auszuweichen.
Hintergrund ist ein Hinweis des Bundesinstituts für Risikobewertung. In vielen Slush-Eis-Getränken steckt Glycerin, auch als E 422 bezeichnet. Der Zusatzstoff sorgt dafür, dass die Masse nicht vollständig gefriert.
Wird davon zu viel aufgenommen, kann Glycerin den Hirndruck senken. Laut BfR kann das unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit zur Folge haben. Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, hängt vom Glycerin-Gehalt im Getränk, von der getrunkenen Menge und vom Körpergewicht ab.
Kinder erreichen kritische Mengen deutlich schneller
Nach Angaben des BfR bestehen gesundheitliche Bedenken, wenn über Slush-Eis mindestens 250 Milligramm Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen werden. Kinder erreichen diese Menge schneller als Erwachsene, weil sie weniger wiegen.
Für seine Bewertung hat das BfR Messwerte aus 62 Slush-Eis-Getränken herangezogen. Grundlage der Berechnung war ein fünf Jahre altes Kind mit 20 Kilogramm Körpergewicht, das ein Getränk mit einem mittleren gemessenen Glycerin-Gehalt trinkt. In diesem Fall reichen bereits knapp 200 Milliliter aus, um die «therapeutisch wirksame Dosis» von 250 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zu erreichen.
Der Glycerin-Gehalt ist für Käufer nicht erkennbar
Wie viel Glycerin ein Slush-Eis tatsächlich enthält, lässt sich beim Kauf nicht erkennen. Für Glycerin in Slush-Eis gelten bislang keine festgelegten Höchstmengen.
Die Verbraucherzentrale Bayern rät deshalb dazu, an Verkaufsständen nachzufragen, ob der Zusatzstoff enthalten ist. Wer das Risiko ganz vermeiden will, kann auf Slush-Eis verzichten oder eine einfache Alternative selbst zubereiten.
Die Stiftung Warentest empfiehlt dafür eine sizilianische Granita aus 200 Milliliter frisch gepresstem Zitronensaft, 60 Gramm Zucker und 240 Milliliter Wasser. Die Mischung kommt für drei bis vier Stunden ins Tiefkühlfach und wird in dieser Zeit alle 30 Minuten mit einer Gabel durchgerührt. So entsteht eine dickflüssige Masse mit Eiskristallen, die an Slush-Eis erinnert.
Unterm Strich ist Slush-Eis für kleine Kinder keine harmlose Erfrischung, wenn Glycerin enthalten ist und größere Mengen getrunken werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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