Sicher im See baden: Diese 5 Regeln senken Risiken

Wer auf einer Luftmatratze im Wasser liegt, ist Wind und Strömung ausgesetzt. Also: regelmäßig checken, wohin es einen so treibt. | Foto: dpa
  • Wer auf einer Luftmatratze im Wasser liegt, ist Wind und Strömung ausgesetzt. Also: regelmäßig checken, wohin es einen so treibt.
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  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Sicher im See baden. Wer an heißen Tagen ins Wasser geht, kann mit ein paar einfachen Verhaltensregeln typische Badeunfälle vermeiden. Besonders bei großer Hitze, Alkohol oder Gewitter steigt das Risiko im Wasser schneller als viele erwarten.

Wenn die Lufttemperatur über 30 Grad klettert, suchen viele Abkühlung im See. Gleichzeitig unterschätzen Badegäste häufig den Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser, ihre eigene Kondition oder äußere Einflüsse wie Wind und Strömung.

Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes weist darauf hin, dass schon kleine Fehlentscheidungen im Wasser zu gefährlichen Situationen führen können. Einige grundlegende Regeln helfen, das Risiko deutlich zu verringern.

Temperaturunterschied nicht unterschätzen

Gerade zu Beginn der Badesaison ist das Wasser vieler Seen deutlich kälter als die Luft. Während draußen rund 30 Grad erreicht werden, liegen Wassertemperaturen häufig noch unter 20 Grad.

"Springt man dann mit aufgeheiztem Körper ins noch recht kühle Wasser, wird das Herz-Kreislauf-System stark gefordert", warnt Andreas Paatz, Bundesleiter der DRK-Wasserwacht. Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen könne das im Extremfall zu Bewusstlosigkeit führen.

Als vorsichtiger gilt es, den Körper vor dem Baden langsam abzukühlen. Zum Beispiel, indem Wasser über Arme, Beine und Oberkörper geschöpft wird. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, geht schrittweise ins Wasser statt hineinzuspringen.

Auf Luftmatratzen nicht einschlafen

Aufblasbare Schwimmhilfen wie Luftmatratzen, Ringe oder große Schwimmtiere treiben leicht vom Ufer weg. Wind und Strömung können dazu führen, dass die Entfernung zum Ufer unbemerkt wächst.

«Wenn ich auf einer Luftmatratze dahingleite, bin ich Strömungen und auch dem Wind ausgesetzt», sagt Andreas Paatz. Wer solche Schwimmhilfen nutzt, sollte das daher aufmerksam tun.

Ist das Ufer bereits weiter entfernt, empfiehlt der Experte, nicht sofort komplett von der Matratze ins Wasser zu gehen. Stattdessen können die Beine ins Wasser gelassen werden, während der Oberkörper auf der Matratze bleibt. Mit kräftigen Schwimmbewegungen lässt sich so langsam wieder Richtung Ufer bewegen.

Alkohol erhöht das Unfallrisiko

Alkohol oder Drogen beeinträchtigen Reaktionsvermögen und Risikoeinschätzung. Laut DRK-Wasserwacht kommt es dadurch häufiger zu Mutproben oder riskanten Sprüngen ins Wasser.

Rauschmittel können außerdem Gruppendynamiken verstärken. Entscheidungen im Wasser werden dann schneller unüberlegt getroffen.

Schwimmstrecken realistisch einschätzen

Viele Badeunfälle passieren, weil die eigene Kondition überschätzt wird. Wer weit hinaus schwimmt, merkt oft erst zu spät, dass die Kräfte nachlassen.

"Missverhältnis zwischen der eigenen Kondition und der Schwimmstrecke, die bewältigt werden muss", beschreibt Andreas Paatz eine häufige Ursache. Wird die Erschöpfung im tiefen Wasser spürbar, kann das schnell gefährlich werden.

Als vergleichsweise sichere Variante gilt es, parallel zum Ufer zu schwimmen. Dadurch bleibt der Abstand zum Land gering, während trotzdem längere Strecken möglich sind.

Bei Gewitter oder Starkregen sofort aus dem Wasser

Zieht ein Gewitter auf, sollte das Baden sofort beendet werden. Schlägt ein Blitz ins Wasser ein, verteilt sich der Strom laut Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik über eine große Fläche. Selbst mehr als 100 Meter vom Einschlag entfernt können noch gefährliche Ströme entstehen.

Auch starker Regen kann das Atmen erschweren. Treffen viele Tropfen auf die Wasseroberfläche, entsteht ein feines Wasser-Luft-Gemisch. Das kann dazu führen, dass Wasser eingeatmet oder verschluckt wird.

Frühzeitig Hilfe rufen

Wer beim Schwimmen merkt, dass die Kräfte nachlassen oder sich unwohl fühlt, sollte frühzeitig auf sich aufmerksam machen. Hilferufe oder deutliche Handzeichen können andere Badegäste oder Rettungskräfte alarmieren.

"Man muss dafür noch nicht akut in Gefahr sein. Es reicht, dass die Kräfte nachlassen und man absehen kann, dass man künftig womöglich Hilfe braucht", stellt Andreas Paatz klar.

Mit Aufmerksamkeit, realistischem Einschätzen der eigenen Kräfte und etwas Abstand zu Risiken lassen sich viele gefährliche Situationen beim Baden vermeiden. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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