Schwerhörigkeit erkennen: Welche Ursache dahintersteckt und was hilft
- Schwerhörigkeit: häufige Ursachen, typische Merkmale und mögliche Maßnahmen.
- Foto: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, Foto: Johannes Hüsch
- hochgeladen von Wochenblatt Redaktion
Schwerhörigkeit erkennen. Wer schlechter hört, kann an typischen Merkmalen oft grob einordnen, ob eher eine Blockade im Ohr, ein Problem im Innenohr oder eine Kombination dahintersteckt. Das hilft, eine Abklärung gezielter anzugehen und realistisch einzuschätzen, welche Behandlung überhaupt infrage kommt.
Im Alltag zeigt sich Schwerhörigkeit nicht immer als reine „Lautstärke-Sache“. Manchmal wirkt alles wie gedämpft, als läge Watte im Ohr. Manchmal sind Stimmen zwar hörbar, aber undeutlich oder verzerrt, vor allem in Gesprächen mit Hintergrundlärm.
Darauf weist auch die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR hin. Entscheidend ist die Art der Hörstörung, weil sich daraus unterschiedliche Maßnahmen ergeben.
Die drei häufigsten Formen und ihre typischen Anzeichen
- Schallleitungsstörung: Der Schall wird nicht richtig ins Innenohr weitergeleitet, etwa durch Ohrenschmalz (Cerumen) oder Schwellungen bei Entzündungen. Geräusche wirken leiser und gedämpft, häufig sind tiefe Töne schlechter zu hören (Tiefentonverlust). Übliche Maßnahmen sind das Entfernen der Blockade oder das Behandeln der Infektion. Wenn das nicht möglich ist, zum Beispiel durch Narbenbildung, kann ein Hörsystem die Hörleistung unterstützen.
- Schallempfindungsstörung: Die Verarbeitung im Innenohr oder die Weiterleitung über den Hörnerv ist gestört, etwa weil Haarzellen im Innenohr beschädigt sind oder absterben. Das passiert bei vielen Menschen mit zunehmendem Alter, kann aber auch nach Hörsturz, durch Lärmschäden, genetische Faktoren oder Erkrankungen auftreten. Typisch ist, dass hohe Töne schlechter wahrgenommen werden (Hochtonverlust). Geräusche können zusätzlich verzerrt wirken, die Tonqualität lässt nach. Ein Hörsystem kann Schallereignisse verstärken und so den Alltag erleichtern.
- Kombinierte Schwerhörigkeit: Schallleitungs- und Schallempfindungsstörung treten gemeinsam auf. Das ist häufiger in fortgeschrittenem Alter, wenn neben einer Blockade, zum Beispiel durch Ohrenschmalz, auch die Verarbeitung der Schallwellen eingeschränkt ist. Als Ursachen werden auch chronische Mittelohrentzündung, Otosklerose oder Verletzungen genannt. Geräusche wirken dann gleichzeitig leiser und undeutlicher, betroffen sind oft tiefe und hohe Frequenzen. Gespräche in lauter Umgebung fallen dadurch besonders schwer.
Der Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker, Hörakustiker-Meister Eberhard Schmidt, betont, dass eine individuelle Abklärung wichtig ist, weil sich Schwerhörigkeit sehr unterschiedlich äußern kann. Je nach Diagnose kann ein Hörakustiker Hörgeräte individuell anpassen, um die Hörleistung zu verbessern.
Praktisch bedeutet das: Wer Veränderungen beim Hören bemerkt, kann anhand von „gedämpft“ gegen „verzerrt“ und „tiefe“ gegen „hohe“ Töne erste Hinweise sammeln, sollte die Ursache aber fachlich klären lassen, damit Behandlung oder Hörsystem zur Form der Schwerhörigkeit passen.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |