Schockinhalte bei Jugendlichen: So begleiten Eltern richtig
- Bloß keine Vorwürfe: Eltern sollten bei problematischen Inhalten im Netz auf Aufklärung und einen offenen Austausch mit Jugendlichen setzen.
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Schockinhalte bei Jugendlichen. Eltern können die Belastung durch verstörende Inhalte im Netz am ehesten abfedern, wenn sie ruhig bleiben, Orientierung geben und konkrete Auswege aufzeigen. Für Familien im Alltag bedeutet das vor allem, Gespräche offen zu halten und Jugendliche nicht vorschnell zu verurteilen.
Ungewollte Nacktbilder, Mobbing oder drastische Gewaltdarstellungen können Jugendliche in sozialen Medien stark belasten. Nach Einschätzung der EU-Initiative Klicksafe ist das Risiko groß, auf solchen Plattformen trotz bestehender Regeln mit problematischen Inhalten in Kontakt zu kommen.
Große Netzwerke verbieten zwar viele Schockinhalte und löschen sie oft schnell. Einen «absoluten Schutz vor Inhalten, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sind», gebe es laut Klicksafe aber nicht.
Offene Gespräche helfen mehr als Vorwürfe
Im Gespräch mit Jugendlichen kommt es laut Klicksafe darauf an, keine Schuldzuweisungen zu machen. Sätze wie «Warum guckst du dir so etwas überhaupt an?» oder «Wieso teilst du so ein Video?» können dazu führen, dass sich Jugendliche zurückziehen und der Austausch abbricht.
Bezugspersonen können zugleich klar machen, dass sie solche Inhalte nicht gutheißen. Dazu gehört die Einordnung, dass grausame oder gewalttätige Darstellungen problematisch sind und nicht weiterverbreitet werden sollten. Das gilt auch dann, wenn das Teilen vermeintlich als Warnung gedacht ist.
Diese Möglichkeiten gibt es bei belastenden Inhalten
Hilfreich kann es sein, gemeinsam konkrete Schritte zu besprechen:
- erhaltene Fotos oder Videos löschen
- problematische Inhalte direkt auf der jeweiligen Plattform melden
- Accounts blockieren, die solche Inhalte verbreiten
- Beschwerden bei jugendschutz.net oder über die Internet-Beschwerdestelle einreichen
- anonyme Beratungsangebote nutzen, etwa nummergegenkummer.de, bke-beratung.de/jugendberatung oder juuuport.de
Wichtig ist laut Klicksafe auch, Jugendlichen den Druck von Challenges und Mutproben einzuordnen. Wer problematische Inhalte nicht anklickt, nicht weiterleitet und bei Gruppendruck Nein sagt, schützt sich oft am wirksamsten.
Für Eltern ergibt sich daraus vor allem eine praktische Konsequenz: Nicht Kontrolle allein schafft Sicherheit, sondern eine verlässliche Begleitung im Umgang mit belastenden Inhalten im Netz. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |