Schnell Hilfe bei Hitze im Zug: Das können Fahrgäste tun
- Funktioniert im Zug die Klimaanlage nicht, sollte sofort das Zugpersonal informiert werden.
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Hitze im Zug. Wenn die Klimaanlage im Zug ausfällt, muss niemand einfach im überhitzten Wagen sitzen bleiben. Fahrgäste können das Zugpersonal informieren, technische Probleme melden und bei größeren Defekten sogar umgesetzt oder aus dem Zug begleitet werden.
Gerade bei hohen Temperaturen kann eine Zugfahrt mit funktionierender Klimaanlage eine willkommene Abkühlung sein. Fällt die Technik jedoch aus, kann sich ein Wagen schnell aufheizen. In diesem Fall gilt es laut Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn, das Zugpersonal möglichst früh anzusprechen.
Viele Züge verfügen zudem über Sprechanlagen. Darüber lassen sich Probleme direkt melden, wenn keine Mitarbeitenden im Wagen erreichbar sind. In manchen Fällen ist die Anlage lediglich falsch eingestellt und kann schnell korrigiert werden.
Bei größeren Defekten müssen Fahrgäste umgesetzt werden
Liegt ein technischer Defekt vor, wird der betroffene Wagen in der Regel geräumt. Reisende werden dann in andere Bereiche des Zuges umgesetzt. Betrifft das Problem den gesamten Zug, kann es passieren, dass alle Fahrgäste aussteigen müssen.
Für Notfälle sind in Fernzügen zudem Wasservorräte an Bord. Auch an großen Bahnhöfen stellt die Bahn während Hitzeperioden zusätzlich Wasser bereit.
Scheiben einschlagen gilt rechtlich nur als letzter Ausweg
Wenn es im Zug sehr heiß und stickig wird, wirkt ein eingeschlagenes Fenster wie eine schnelle Lösung. Juristisch kann das jedoch als Sachbeschädigung und unter Umständen sogar als gefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr bewertet werden. Darauf weist Rechtsanwalt Philipp Gehrmann aus dem geschäftsführenden Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Strafrecht des Deutschen Anwaltvereins hin.
Zwar erlaubt das Notstandsrecht in extremen Situationen die Beschädigung fremden Eigentums, wenn eine akute Gefahr für Leib und Leben besteht. Im Zug gibt es jedoch mehrere andere Möglichkeiten:
- Zugpersonal informieren, das Türen von innen öffnen kann
- Tür-Notöffnungen nutzen, die für Notlagen vorgesehen sind
- im Ernstfall Polizei oder Notruf verständigen
Das Einschlagen einer Scheibe gilt deshalb nur als allerletzte Option.
Nach Einschätzung des Fahrgastverbands Pro Bahn ist das Risiko für ausgefallene Klimaanlagen heute geringer als früher. Grund sind modernere Züge mit verbesserter Technik. Dennoch können extreme Temperaturen weiterhin Probleme im Bahnverkehr auslösen.
Hitze kann auch das Schienennetz beeinträchtigen
Hohe Temperaturen, starke Sonneneinstrahlung und mögliche Unwetter belasten auch das Schienennetz. Schäden an Gleisen oder Böschungsbrände entlang von Strecken können zu Verspätungen oder Ausfällen führen.
Wer wegen der Hitze eine geplante Reise nicht antreten möchte, kann Fernverkehrstickets ausnahmsweise kostenfrei stornieren und sich das Geld erstatten lassen. Die Sonderregelung gilt für Fahrten bis einschließlich Dienstag, 30. Juni, wenn das Ticket spätestens am Montag, 23. Juni, gekauft wurde.
Die Bahn erklärt dazu: "Allen, die in dieser extremen Wetterlage auf ihre Fahrt verzichten können, legen wir die Sonderregelung zur Stornierung nahe." Für Reisende bedeutet das vor allem mehr Flexibilität, wenn extreme Hitze die Fahrt unangenehm oder unsicher erscheinen lässt. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |