Schlafprobleme im Alltag: Was wachhält und was helfen kann
- Wer nicht einschlafen kann, sollte nach einer halben Stunde die Reißleine ziehen und aufstehen. (zu dpa: «Was uns vom Schlafen abhält - und wie wir zur Ruhe kommen»)
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Schlafprobleme. Schlechter Schlaf wirkt sich direkt auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Stimmung aus. Eine aktuelle Umfrage zeigt, was Menschen nachts wachhält und welche alltagstauglichen Stellschrauben zumindest etwas Entlastung bringen können.
Viele Erwachsene schlafen schlecht. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag des Unternehmens Doctolib berichten 63 Prozent der 1.447 Befragten von Schlafproblemen innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer mit 67 gegenüber 58 Prozent.
Gedanken und Sorgen sind der häufigste Schlafräuber
Am häufigsten steht nicht der Körper, sondern der Kopf im Weg. Die Hälfte der Betroffenen nennt kreisende Gedanken und Sorgen als Hauptgrund für Probleme beim Ein- oder Durchschlafen. Typisch sind Grübelschleifen über den nächsten Tag oder unerledigte Aufgaben.
Privater Stress folgt mit 28 Prozent, dicht dahinter liegen Schmerzen oder andere gesundheitliche Beschwerden mit 27 Prozent. Stress im Beruf wird von 24 Prozent genannt. Auch äußere Störungen spielen eine Rolle. 13 Prozent geben an, dass Schnarchen oder Unruhe einer weiteren Person im Schlafzimmer den Schlaf beeinträchtigen.
Die Befragung fand von Montag, 17. Februar, bis Sonntag, 23. Februar, statt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Schlafhygiene kann den Alltag spürbar erleichtern
Wie erholsam die Nacht verläuft, hängt auch von Gewohnheiten am Tag und am Abend ab. Die Stiftung Gesundheitswissen empfiehlt mehrere einfache Anpassungen, die ohne Medikamente auskommen:
- Koffein ab dem Nachmittag meiden. Dazu zählen Kaffee, Grüntee, Cola und Energydrinks.
- Feste Abendrituale etablieren, etwa eine kurze Dehnübung, eine Tasse Tee oder ruhiges Lesen.
- Eine passende Schlafumgebung schaffen. Dazu gehören Dunkelheit, Ruhe und eine Temperatur von unter 18 Grad.
- Einen regelmäßigen Schlafrhythmus einhalten, auch am Wochenende.
- Nach etwa 30 Minuten Wachliegen aufstehen und eine monotone, entspannende Tätigkeit ausüben.
- Den Wecker so platzieren, dass die Uhrzeit nachts nicht sichtbar ist.
Um das Gedankenkreisen zu begrenzen, rät Kneginja Richter, Chefärztin der CuraMed Tagesklinik Nürnberg und Professorin an der Technischen Hochschule Nürnberg, belastende Gedanken etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen aufzuschreiben. Das Notizheft sollte anschließend außerhalb des Schlafzimmers bleiben.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll wird
Von einer behandlungsbedürftigen Insomnie sprechen Fachleute, wenn Schlafstörungen länger als drei Monate bestehen und häufiger als dreimal pro Woche auftreten. Typisch sind dann anhaltende Erschöpfung und eingeschränkte Leistungsfähigkeit am Tag.
In solchen Fällen kann eine erste Einordnung in der Hausarztpraxis helfen. Je nach Situation ist auch eine Überweisung zu einer schlafmedizinischen Fachpraxis sinnvoll. dpa
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |