Schienbeinschmerzen beim Laufen: Pause schützt vor Folgen
- Bei Schienbeinschmerzen ist es wichtig, das Training zu unterbrechen, die Beine zu kühlen und ausreichend zu regenerieren.
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Schienbeinschmerzen beim Laufen. Schmerzen am Schienbein nach dem Joggen sprechen oft dafür, dass die Belastung zu schnell gesteigert wurde. Meist hilft es, das Training für zwei bis drei Tage zu pausieren, die Beine zu schonen und bei Bedarf zu kühlen.
Vor allem Laufanfänger sind davon betroffen, wenn sie zu schnell zu viel wollen. Aber auch geübte Läufer können Beschwerden bekommen, wenn Strecken zu lang werden. "Wer als Anfänger einfach drauflosläuft oder sich als geübter Läufer zu lange Strecken zumutet, der ist häufig davon betroffen", so der Orthopäde Thomas Schneider von der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Der Grund ist oft, dass sich der Bewegungsapparat langsamer an Ausdauerbelastung anpasst als das Herz-Kreislauf-System.
Wer neu ins Laufen einsteigt, sollte laut Schneider höchstens drei Läufe pro Woche einplanen und Dauer sowie Tempo nur behutsam steigern.
Schuhe und Untergrund belasten das Schienbein zusätzlich
Nicht immer ist allein zu viel Ehrgeiz der Auslöser. Schmerzen im Schienbein können auch durch schlecht gedämpfte Laufschuhe oder eine ungünstige Lauftechnik entstehen. Auch ein Wechsel des Untergrunds kann eine Rolle spielen, etwa wenn statt auf weichem Waldboden plötzlich auf Asphalt gelaufen wird.
Wenn Unsicherheit bei Schuhen oder Laufstil besteht, kann fachliche Beratung helfen, die Belastung besser einzuordnen.
Bei Schmerzen ist Training besser sofort beendet
Treten die Beschwerden erst am Tag nach dem Lauf auf, ist Schonung angesagt. Thomas Schneider rät dann zu einer Jogging-Pause von zwei bis drei Tagen. Schmerzt das Schienbein schon während des Laufens, sollte die Einheit beendet werden. Dann sind Schonung und Kühlen sinnvoll.
Wer immer wieder Schmerzen hat oder sogar in Ruhe Beschwerden spürt, sollte das ärztlich abklären lassen. Dahinter kann ein Schienbeinkantensyndrom stecken, auch "Jogger-Schienbein" genannt. Dabei wird die Knochenhaut gereizt, häufig zusammen mit schmerzhaften Muskelverspannungen.
Wird das Problem zu spät beachtet, können die Beschwerden chronisch werden und auch Sprunggelenk und Knie belasten. Im ungünstigen Fall sind sogar Ermüdungsbrüche möglich.
Aufwärmen und Wadenkraft können vorbeugen
Zum Schutz vor Schienbeinschmerzen gehört gründliches Aufwärmen vor dem Laufen. Dazu zählen laut Schneider weite, rotierende Bewegungen von Schultern, Hüften und Sprunggelenken sowie Kniebeugen.
Zur Kräftigung von Knie- und Wadenmuskulatur nennt der Orthopäde außerdem diese Übung:
- Auf ein Bein stellen
- Mit dem Standbein möglichst schnell auf die Zehenspitzen kommen
- Die Bewegung 20-mal pro Bein wiederholen, dann wechseln
"Genau diese Bewegung ist typisch beim Abstoßen vom Untergrund, nicht nur beim Joggen, sondern auch beim Gehen im Alltag", erklärt Thomas Schneider. "Die Übung hilft somit, diese Muskelfunktion zu kräftigen und die Schnellkraft zu trainieren." Wer Belastung, Schuhe und Vorbereitung im Blick behält, senkt das Risiko für anhaltende Beschwerden deutlich. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |