Rettung an Schwarzenbach-Talsperre: Psychologin warnt
- Derzeit ist der Stausee an der Schwarzenbachtalsperre vollständig entleert, damit unter anderem an der Staumauer gearbeitet werden kann. (Archivbild)
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Forbach. Nach einer aufwendigen Rettung aus dem trockengelegten Becken der Schwarzenbach-Talsperre warnen Experten vor der unterschätzten Gefahr solcher Orte. Zwei Menschen mussten am Sonntag, 26. April, verletzt aus dem abgelassenen Stausee geborgen werden. Eine Notfallpsychologin erklärt nun, warum Warnschilder und Verbote oft ignoriert werden.
Nach Angaben der Notfallpsychologin Benita C. Zimmer liegt das Problem selten daran, dass Menschen die Gefahr nicht verstehen. „Menschen ignorieren Verbote nicht, weil sie die Gefahr nicht verstehen, sondern weil sie sie nicht spüren.“ Das Gehirn bewerte Risiken vor allem dann als ernst, wenn sie unmittelbar erlebbar seien.
Ein trockengelegter Stausee wirke für viele Besucher zunächst ruhig und harmlos. Gefahren wie instabiler Untergrund oder abrutschende Kanten seien dagegen kaum sichtbar. Dadurch würden Risiken häufig unterschätzt.
Ungewöhnliche Orte wecken Neugier
Hinzu komme ein verbreiteter Denkfehler. Viele Menschen gingen unbewusst davon aus, dass schon nichts passieren werde. Diese Form der Selbstüberschätzung sei gut erforscht. Warnhinweise würden zwar wahrgenommen, innerlich aber relativiert.
Besonders ungewöhnliche Orte verstärkten diesen Effekt. Sie weckten Neugier und erzeugten ein Gefühl von Abenteuer. Wenn Absperrungen leicht zu umgehen seien oder keine direkte Kontrolle stattfinde, sinke die Hemmschwelle zusätzlich.
Am Sonntag waren Feuerwehr, Bergwacht und Rettungsdienst nacheinander im Einsatz, um zwei verletzte Menschen aus dem trockenen Becken der Schwarzenbach-Talsperre zu retten. Laut dem zuständigen Energieversorger EnBW weisen rund um den See mehrere Schilder darauf hin, dass das Betreten des Bereichs verboten ist. Der See wurde abgelassen, um unter anderem Arbeiten an der Staumauer zu ermöglichen. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |