Rentenpunkte kaufen: Wann sich Extra-Beiträge lohnen
- Wollen Sie früher in Rente gehen? Dann können Sie mögliche Abschläge durch freiwillige Rentenzahlungen ausgleichen.
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Rentenpunkte kaufen. Freiwillige Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung können Abschläge bei einem früheren Rentenbeginn ausgleichen. Der steuerliche Vorteil wirkt zunächst attraktiv. Entscheidend ist jedoch, wie hoch der persönliche Steuersatz heute und im Ruhestand ist.
Wer früher in den Ruhestand gehen möchte, muss in der gesetzlichen Rente häufig Abschläge hinnehmen. Versicherte können diese Einbußen teilweise ausgleichen, indem sie ab dem 50. Lebensjahr freiwillige Sonderzahlungen an die Deutsche Rentenversicherung leisten.
Umgangssprachlich wird oft davon gesprochen, Rentenpunkte zu kaufen. Die zusätzlichen Beiträge zählen steuerlich zu den Altersvorsorgeaufwendungen und können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Dadurch sinkt das zu versteuernde Einkommen. Besonders für Menschen mit höherem Einkommen kann das spürbar sein, weil ihr persönlicher Steuersatz entsprechend hoch ist.
Der spätere Steuersatz entscheidet über den Effekt
Der steuerliche Vorteil während des Berufslebens hat allerdings eine Kehrseite. Die spätere Rente muss versteuert werden. "Hintergrund ist das Prinzip der sogenannten nachgelagerten Besteuerung", erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. "Während Beiträge zur Altersvorsorge während des Erwerbslebens steuerlich begünstigt werden, unterliegen die Rentenzahlungen im Alter der Einkommensteuer."
Ob sich eine Sonderzahlung tatsächlich lohnt, hängt deshalb stark vom persönlichen Steuersatz heute und dem im Ruhestand ab. Beide Werte richten sich nach dem jeweiligen Gesamteinkommen. Grundsätzlich gilt. Je höher das Einkommen, desto höher auch der persönliche Steuersatz.
Steuervorteil ist nur ein Teil der Entscheidung
Besonders interessant kann die freiwillige Einzahlung sein, wenn der Steuersatz während des Arbeitslebens deutlich höher ist als nach Rentenbeginn. "In diesem Fall werden die Beiträge heute mit einem hohen Steuersatz steuerlich entlastet, während die spätere Rente mit einem niedrigeren Steuersatz versteuert wird", sagt Daniela Karbe-Geßler.
Der steuerliche Effekt sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Die eingezahlten Beträge sind langfristig gebunden und stehen später nicht flexibel zur Verfügung. Sie erhöhen ausschließlich die lebenslange monatliche Rentenzahlung.
Bei der Entscheidung spielen daher weitere Faktoren eine Rolle:
- die persönliche Lebenserwartung
- die aktuelle finanzielle Situation
- mögliche alternative Anlageformen
Erst wenn Steuersatz, Bindung des Geldes und mögliche Alternativen zusammen betrachtet werden, lässt sich abschätzen, ob freiwillige Rentenzahlungen langfristig sinnvoll sind. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |