Renten-Umfrage in Baden-Württemberg: Viele wollen früher raus
- Ältere Beschäftigte im Südwesten haben nur wenig Lust, länger zu arbeiten. Viele wollen sogar früher in Rente gehen als eigentlich vorgesehen. (Symbolbild)
- Foto: Jens Büttner/dpa
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Stuttgart. Für Beschäftigte in Baden-Württemberg ist die Aussicht auf ein längeres Arbeitsleben wenig attraktiv: Laut einer Umfrage will nur ein kleiner Teil über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten.
Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Krankenkasse DAK planen nur 10 Prozent der Befragten im Südwesten, länger im Job zu bleiben. 42 Prozent wollen demnach sogar vor dem gesetzlichen Renteneintritt aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Weitere 35 Prozent wollen bis zur gesetzlichen Grenze arbeiten.
Für die repräsentative Erhebung befragte Forsa im November bundesweit 7.086 Beschäftigte, darunter 1.012 in Baden-Württemberg. Rund die Hälfte der Befragten war älter als 50 Jahre.
Gesundheit spielt eine wichtige Rolle
Deutliche Unterschiede zeigen sich laut Umfrage beim Gesundheitszustand. Unter Beschäftigten mit guter Gesundheit wollen 39 Prozent vorzeitig aufhören zu arbeiten. Bei Befragten mit schlechtem Gesundheitszustand liegt der Anteil bei 56 Prozent.
DAK-Landeschef Siegfried Euerle sieht deshalb vor allem die Arbeitgeber in der Pflicht. Es werde immer wichtiger, erfahrene Beschäftigte gesund, motiviert und leistungsfähig im Job zu halten. Dafür brauche es Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das stärker auf ältere Beschäftigte zugeschnitten sei.
Bund plant höhere Regelaltersgrenze
Die Bundesregierung plant nach DAK-Angaben, das gesetzliche Renteneintrittsalter anzuheben. Derzeit liegt die Regelaltersgrenze je nach Jahrgang zwischen 65 und 67 Jahren. Wer 45 Beitragsjahre erreicht, kann ohne Abschläge etwas früher in Rente gehen. Künftig soll die Grenze an die steigende Lebenserwartung angepasst und voraussichtlich alle zehn Jahre um sechs Monate erhöht werden.
Ältere fehlen seltener, aber länger
Neben der Umfrage ließ die DAK auch Krankendaten von rund 263.000 Versicherten in Baden-Württemberg auswerten. Demnach sind Beschäftigte über 50 zwar seltener krankgeschrieben als Jüngere, fallen dann aber im Schnitt deutlich länger aus. Das führt insgesamt zu mehr Fehltagen.
- Bei über 50-Jährigen kamen 148 Krankschreibungen je 100 Versicherte zusammen
- Bei Jüngeren waren es 190 Krankschreibungen je 100 Versicherte
- Eine Krankschreibung dauerte bei Älteren im Schnitt 15,3 Tage
- Bei Jüngeren lag der Schnitt bei 7,8 Tagen
Auffällig ist laut Auswertung auch ein Anstieg der Fehlzeiten ab Anfang bis Mitte 50. Ab 64 Jahren liegt der Krankenstand im Südwesten im Schnitt bei neun Prozent. Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Tag neun von 100 Beschäftigten in diesem Alter krankgeschrieben sind. Bei Menschen über 67 sinkt der Wert wieder deutlich, weil dann vor allem gesündere Erwerbstätige im Job bleiben. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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