Reisreste sicher aufwärmen: Darauf kommt es bei Lagerung an
- Reis von gestern? Nicht automatisch giftig – aber die Kühlung entscheidet. Wer Reste schnell kaltstellt, senkt das Risiko fürs "Fried Rice Syndrom".
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Reis aufwärmen. Übrig gebliebener Reis muss nicht im Müll landen. Entscheidend ist, wie schnell er abgekühlt und gelagert wird. Bei falscher Aufbewahrung können sich jedoch Bakterien bilden, die Magen‑Darm-Beschwerden auslösen.
Gekochter Reis gilt zunächst als keimarm. Gleichzeitig bietet er Mikroorganismen gute Wachstumsbedingungen. Bleibt er lange bei Zimmertemperatur stehen oder wird nur lauwarm warmgehalten, können sich laut Ernährungsexperten Sporen des Bakteriums Bacillus cereus vermehren.
Diese Sporen können neue Bakterienkolonien bilden, die Giftstoffe produzieren. Die Verbraucherzentrale Bayern weist darauf hin, dass daraus das sogenannte „Fried Rice Syndrom“ entstehen kann. Typische Beschwerden sind Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall.
Giftstoffe können beim Aufwärmen erhalten bleiben
Problematisch ist vor allem ein bestimmtes Erbrechenstoxin. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) erklärt: „Bereits im Lebensmittel gebildetes Erbrechenstoxin kann durch erneutes Erhitzen nicht inaktiviert werden“. Beschwerden treten meist 6 bis 24 Stunden nach dem Verzehr auf.
Trotzdem müssen Reisreste nicht grundsätzlich entsorgt werden. Werden sie schnell gekühlt und später richtig erhitzt, können sie weiterhin verzehrt werden. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung vermehren sich Bacillus‑cereus-Bakterien vor allem im Temperaturbereich zwischen 7 und 48 Grad.
Schnell kühlen und vollständig erhitzen
Das LAVES nennt mehrere Punkte, die bei Reis und anderen gekochten Speisen wie Nudeln oder Lasagne wichtig sind:
- Speisen möglichst schnell abkühlen lassen und in kleinen Portionen in den Kühlschrank stellen.
- Bei guter Kühlung sollte das Lebensmittel innerhalb von 120 Minuten auf unter 7 Grad gebracht werden.
- Soll Reis warmgehalten werden, sind an allen Stellen mehr als 60 Grad erforderlich.
- Beim Aufwärmen sollten Speisen gleichmäßig auf über 70 Grad erhitzt werden.
- Bei Mikrowellen ist Vorsicht nötig, da sie Speisen oft nur punktuell erhitzen.
Selbst bei korrekter Lagerung gilt gekochter Reis nur begrenzt als haltbar. Verbraucherzentralen empfehlen, Reste möglichst innerhalb eines Tages zu verzehren. So sinkt das Risiko, dass sich Bakterien und deren Toxine im Lebensmittel vermehren. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |