Reifendruck prüfen: So sparen Autofahrer Sprit und Reifen
- Reifendruck prüfen und korrekt einstellen.
- Foto: ADAC Hessen-Thüringen e.V.
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Reifendruck prüfen. Der richtige Luftdruck senkt den Spritverbrauch, reduziert Reifenverschleiß und verbessert die Fahreigenschaften, schon kleine Abweichungen machen im Alltag einen Unterschied.
Wer den Luftdruck zu selten kontrolliert, fährt laut ADAC Hessen-Thüringen e.V. oft unbemerkt mit zu wenig oder zu viel Druck. Das kann Geld kosten, weil der Rollwiderstand steigt oder der Reifen ungleichmäßig abnutzt.
Zu niedriger Reifendruck kann den Bremsweg verlängern und die Kurvenlage verschlechtern. Bei besonders hohen Geschwindigkeiten besteht zudem das Risiko, dass ein Reifen platzt. Gleichzeitig steigt der Kraftstoffverbrauch laut ADAC um bis zu 0,3 Liter auf 100 Kilometer, außerdem nimmt der Verschleiß zu, was sich später in Werkstatt- und Reifenkosten niederschlagen kann.
Wie oft kontrollieren und worauf beim Messen achten
Der ADAC empfiehlt, den Reifendruck regelmäßig zu prüfen, idealerweise alle zwei Wochen. Auch moderne Fahrzeuge mit Reifendruck-Kontrollsystem ersetzen diese Kontrolle nicht, weil die Systeme vor allem warnen, wenn der Druck deutlich abweicht oder Luft langsam entweicht.
Wichtig ist, dass der Reifen zum Zeitpunkt der Messung nicht zu warm ist. Praktisch bedeutet das, vor der Fahrt zu messen, idealerweise bei einer Außentemperatur von 20 Grad.
Den passenden Reifendruck finden und richtig einordnen
Der korrekte Reifendruck hängt vom Auto- und Reifenmodell ab und kann sich je nach Achse und Bereifung unterscheiden. Die Herstellerangaben finden sich typischerweise an mehreren Stellen:
- in der Bedienungsanleitung
- im Tankdeckel
- an der B-Säule bei geöffneter Fahrertür
- auf einem Aufkleber im Handschuhfach
- online in Reifendrucktabellen der Hersteller
Nach ADAC-Einschätzung beziehen sich Herstellerwerte häufig auf den Mindestdruck. Der Technikexperte Piero Scazzi vom ADAC Hessen-Thüringen empfiehlt eine minimale Erhöhung um 0,2 bar, um den Kraftstoffverbrauch leicht zu reduzieren, ohne Sicherheitseinbußen.
Zu hoher Reifendruck hat aber ebenfalls Nachteile. Dann nutzt sich die Reifenmitte schneller ab, die Lebensdauer verkürzt sich und durch die kleinere Auflagefläche kann die Bodenhaftung sinken. Der Bremsweg kann sich verlängern, besonders auf nasser Fahrbahn.
RDKS-Warnung und Beladung: Was im Alltag zusätzlich zählt
Seit 2014 müssen alle Neuwagen mit einem Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein. Leuchtet die gelbe Kontrollleuchte, sollte zeitnah eine Sichtprüfung erfolgen. Ist ein Reifen dabei bereits sichtbar platt, sollte das Fahrzeug nicht stehen gelassen werden. In anderen Fällen ist meist eine kurze Weiterfahrt bis zur nächsten Tankstelle möglich, um den Druck zu prüfen und zu korrigieren. Mobile Reifendruckprüfer können dabei hilfreich sein. Handelt es sich nur um Luftverlust, geht die Kontrollleuchte nach dem Auffüllen in der Regel automatisch aus.
Auch die Beladung spielt eine Rolle. Je nach Zuladung kann der passende Reifendruck laut ADAC um bis zu 1 bar variieren. Bei Urlaubsfahrten mit voll beladenem Fahrzeug ist daher oft ein höherer Reifendruck vorgesehen. In Einzelfällen verlangen Hersteller außerdem einen höheren Druck bei Fahrten mit hohen Geschwindigkeiten.
Unterm Strich bleibt Reifendruck-Kontrolle eine kleine Routine mit messbarem Effekt auf Verbrauch, Reifenlebensdauer und Fahrverhalten.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |