Reichweite steigern beim E-Auto: So sparen Fahrer Strom

Effizienz ist Fahrersache: Hersteller feilen an der Aerodynamik – aber das größte Sparpotenzial sitzt hinterm Lenkrad. | Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-mag
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E-Auto-Reichweite steigern. Wer auf Tempo, Heizung und Fahrweise achtet, kann im Alltag spürbar Strom sparen und mit einer Ladung weiter kommen.

Vor allem auf der Autobahn entscheidet oft nicht der Akku über die Strecke, sondern der rechte Fuß. Nach Einschätzung von Marcus Zacher, Chefredakteur des Fachmagazins "Elektroautomobil", liegt das größte Sparpotenzial beim Fahrer.

Schon ein moderateres Tempo kann viel bringen. Das Team von Zacher hat im Test ermittelt, dass 150 statt 130 km/h effektiv nur eine geringe Zeitersparnis bringen, die Reichweite im Schnitt aber um 20 Prozent sinkt. Grund ist vor allem der Luftwiderstand, dessen Einfluss mit höherem Tempo stark wächst.

Auf Autobahn und bei Kälte zählt die richtige Einstellung

Bei kühleren Temperaturen kann die Vorkonditionierung des Akkus sinnvoll sein, wenn unterwegs ein kurzer Ladestopp geplant ist. Dann wird der Akku vor dem Laden auf Temperatur gebracht, was den Ladevorgang verkürzen kann. Das kostet allerdings selbst relativ viel Energie. Wenn schnelles Nachladen unterwegs nicht nötig ist, kann es daher effizienter sein, auf die Vorkonditionierung zu verzichten und die Energie für zusätzliche Kilometer zu nutzen.

Auch die Rekuperation muss nicht in jeder Situation maximal eingestellt sein. In der Stadt hilft starke Energierückgewinnung beim häufigen Bremsen und kann mit One-Pedal-Driving zudem komfortabel sein. Auf der Autobahn ist es laut Zacher oft sinnvoller, vorausschauend zu fahren und das Auto eher rollen zu lassen. Dafür sollte die Schubrekuperation auf «niedrig» oder «aus» stehen.

Die Klimaanlage spielt für den Verbrauch nach dieser Einordnung meist nur eine kleine Rolle. «Klimaanlagen arbeiten heute sehr effizient», sagt Zacher. Deutlich stärker kann sich im Alltag die Heizung auswirken, vor allem in der Aufheizphase und bei Frost. Wärmepumpen können den Verbrauch zwar etwas senken, große Effekte sind bei deutlich unter null Grad aber nicht zu erwarten.

Wer auf kurzen Strecken Energie sparen will, kommt mit Sitz- und Lenkradheizung oft effizienter aus als mit einer stark laufenden Innenraumheizung. Unterm Strich steigt die Reichweite meist dann, wenn Fahrtempo, Ladeplanung und Komfortfunktionen zur Strecke passen. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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