Rechte Rheinstrecke bis Dezember gesperrt: So kommen Pendler jetzt ans Ziel
- Nix fährt mehr: Die Rheingaustrecke ist für mehrere Monate gesperrt. (Symbolbild)
- Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Rheingau. Zwischen Wiesbaden und Troisdorf fallen auf der rechten Rheinstrecke ab Freitag, 10. Juli, für mehrere Monate Züge aus. Die Deutsche Bahn sperrt die rund 160 Kilometer lange Strecke für eine grundlegende Sanierung bis Mitte Dezember.
Nach Angaben der Bahn beginnen die Arbeiten am Freitagabend mit dem Abschalten der Oberleitungen. Erneuert oder modernisiert werden unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitungen, Signaltechnik, Brücken, Tunnel, Bahnübergänge und Bahnhöfe. Ziel ist eine höhere Zuverlässigkeit und bessere Pünktlichkeit. In das Projekt fließen laut DB rund 1,6 Milliarden Euro.
So läuft der Ersatzverkehr
Für Reisende richtet die Bahn ein Ersatzkonzept mit 13 Buslinien ein. Die Busse bedienen die entfallenden Zughalte in Bahnhofsnähe und teils weitere gut erreichbare Haltestellen. Expresslinien sollen schnelle Verbindungen zwischen Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie zwischen Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf sichern. Im Schülerverkehr sind zusätzliche Fahrten geplant.
Die Verbindungen sind über bahn.de, den DB Navigator sowie die Apps von RMV, SPNV-Nord und Go.Rheinland abrufbar. Zudem hat die Bahn die Internetseite „bahn.de/ersatzverkehr-rechter-rhein“ eingerichtet. Nach DB-Angaben sind die Ersatzfahrzeuge barrierefrei, mit WLAN ausgestattet und teils mit Toiletten unterwegs.
Auch Fähren sind Teil des Konzepts
In das Ersatzangebot ist auch eine Rheinfähre eingebunden. Die Personenfähre „Nixe“ verbindet Erpel auf der rechten Rheinseite mit Remagen. Nach Angaben des SPNV Rheinland-Pfalz Nord soll sie zusätzliche Anschlüsse an das linksrheinische Verkehrsnetz ermöglichen.
Auch linksrheinisch gibt es Einschränkungen
Während der Bauphase werden laut Bahn rund 80 Kilometer Gleise, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen und 10 Brücken erneuert oder instand gesetzt. Hinzu kommen Arbeiten an 36 Bahnhöfen. Der Güterverkehr wird im Wesentlichen auf die Strecke am linken Rheinufer umgeleitet. Auch dort sind Einschränkungen im Nahverkehr möglich. Die Bahn spricht aber von einem stabilen Grundangebot.
Diese Bahnübergänge sind betroffen
Während der Totalsperrung bleiben mehrere Bahnübergänge zwischen Wiesbaden und Lorchhausen ganz oder zeitweise geschlossen, weil Stellwerke außer Betrieb sind. Die Bahn weist darauf hin, dass die Gleise trotz Sperrung von Baufahrzeugen und Logistikzügen befahren werden. Umleitungen sind vor Ort ausgeschildert.
- Wiesbaden-Biebrich, Gibber Straße am Bahnhof: geschlossen von 24. Juli bis 19. November
- Wiesbaden-Schierstein, Freudenbergstraße am Bahnhof
- Eltville, Wirtschaftsweg Höhe Wallufer Straße 16
- Eltville, Kiedricher Straße
- Erbach, Sudetenstraße Boden
- Oestrich, Römerstraße
- Oestrich, Grenzstraße
- Rüdesheim, Rheinufer Höhe Marktstraße: geschlossen außer von 30. Juli bis 31. Juli
- Rüdesheim, Rheinufer Höhe Villa Sturm
- Assmannshausen, Dreikönigstraße
- Assmannshausen, Neugasse
- Lorchhausen, Rheinallee Lorcher Straße
Hubschraubereinsätze angekündigt
An mehreren Abschnitten sollen tagsüber Hubschrauber neue Signale anliefern und alte abtransportieren. Die Bahn warnt vor Lärm und starken Luftbewegungen. Bewegliche und leichte Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und in Gärten sollten deshalb gesichert werden.
Geplante Flugtage sind nach DB-Angaben:
- Samstag, 11. Juli und Sonntag, 12. Juli: zwischen Troisdorf und Bad Honnef
- Montag, 10. August bis Donnerstag, 13. August: Niederlahnstein
- Montag, 24. August bis Donnerstag, 27. August: Rüdesheim und Eltville
- Montag, 7. September bis Freitag, 11. September: Loreley und Kamp-Bornhofen
- Montag, 21. September bis Mittwoch, 23. September: Oberlahnstein
Die rechte Rheinstrecke gehört zu den wichtigen Bahnverbindungen im Mittelrheintal und im Rheingau. Für Pendler, Schüler und Ausflügler dürften die kommenden Monate vor allem längere Fahrzeiten und mehr Umstiege bringen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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