Rauschtrinken bei Jugendlichen: weniger Alkohol, Risiko bleibt

Symbolbild: Immer weniger Jugendliche trinken Alkohol, doch Rauschtrinken bleibt bei jungen Männern verbreitet. Neue BIÖG-Zahlen helfen, das Risiko im Familienalltag besser einzuordnen. | Foto: Ina/stock.adobe.com
  • Symbolbild: Immer weniger Jugendliche trinken Alkohol, doch Rauschtrinken bleibt bei jungen Männern verbreitet. Neue BIÖG-Zahlen helfen, das Risiko im Familienalltag besser einzuordnen.
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Rauschtrinken bei Jugendlichen. Der Alkoholkonsum bei jungen Menschen sinkt zwar insgesamt, aber Rauschtrinken bleibt bei Jugendlichen und besonders bei jungen Männern weiterhin häufig.

Ob bei Familienfeiern, Stadtfesten oder nach dem Sport: Für viele Eltern ist entscheidend, wie groß das Risiko im Alltag tatsächlich ist und woran sich „normaler“ Probierkonsum von riskantem Trinken abgrenzt. Neue Zahlen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) helfen bei dieser Einordnung.

Die Daten stammen aus der Drogenaffinitätsstudie 2025. Dafür wurden 7.001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren von April bis Juli 2025 befragt.

Was die neuen Zahlen zum Alkoholkonsum zeigen

Bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist der Anteil derjenigen, die überhaupt schon einmal Alkohol probiert haben, deutlich gesunken. Im Jahr 2025 gaben 60,7 Prozent der männlichen und 57,0 Prozent der weiblichen Jugendlichen an, mindestens einmal im Leben Alkohol getrunken zu haben. Im Jahr 2001 waren es 88,3 Prozent bei männlichen und 85,5 Prozent bei weiblichen Jugendlichen.

Auch der aktuelle Konsum nimmt ab, gemessen daran, ob in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken wurde. Bei den 12- bis 17-Jährigen sank diese 30-Tage-Prävalenz von 58,4 Prozent im Jahr 2004 auf 32,9 Prozent im Jahr 2025. Bei den 18- bis 25-Jährigen ging sie von 84,4 Prozent im Jahr 2004 auf 69,3 Prozent im Jahr 2025 zurück.

Rauschtrinken: Rückgang vor allem bei jungen Frauen

Rauschtrinken bedeutet, größere Mengen Alkohol bei einer Gelegenheit zu trinken. Im Jahr 2025 berichteten knapp 15 Prozent der Jugendlichen, in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Rauschtrinken praktiziert zu haben. Das lag bei männlichen Jugendlichen bei 14,8 Prozent und bei weiblichen Jugendlichen bei 14,7 Prozent.

Bei jungen Erwachsenen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei jungen Männern veränderte sich Rauschtrinken über die Zeit nur wenig und lag 2025 bei 45,8 Prozent. Bei jungen Frauen sank der Anteil zwischen 2023 und 2025 statistisch signifikant auf 26,1 Prozent. In den Jahren davor lagen die Werte, mit Ausnahme der Corona-Pandemie, meist bei 30 Prozent oder mehr.

Warum Rauschtrinken in jungen Jahren besonders ungünstig ist

Das BIÖG ordnet Rauschtrinken bei jungen Menschen als besonders riskant ein, weil sich Gehirn und Körper noch entwickeln. Wichtige Entwicklungsprozesse laufen laut BIÖG bis mindestens Anfang 20. Alkohol kann diese Prozesse beeinträchtigen. Gleichzeitig steigt das Risiko für Unfälle, Verletzungen und riskantes Verhalten.

Weitere Trends: weniger wöchentlicher Konsum, späterer Einstieg

Der wöchentliche Alkoholkonsum ging in allen Gruppen weiter zurück. Im Jahr 2025 lag der Anteil derjenigen, die in den letzten zwölf Monaten wöchentlich Alkohol konsumiert haben, bei 6,8 Prozent unter Jugendlichen und bei 25,0 Prozent unter jungen Erwachsenen. Das bezeichnet das BIÖG als historischen Tiefstand.

Der Einstieg erfolgt außerdem später als früher. Das Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol stieg von 14,1 Jahren im Jahr 2004 auf 15,1 Jahre im Jahr 2025.

Praktische Einordnung für den Alltag

Für Familien bedeutet der Trend vor allem eines: Weniger Jugendliche trinken überhaupt oder trinken regelmäßig. Gleichzeitig bleibt Rauschtrinken als eigenes Risiko-Thema bestehen, weil es auch bei sinkendem Durchschnittskonsum in relevanten Gruppen weiterhin verbreitet ist.

Wer sich vertiefend informieren möchte, findet beim BIÖG weiterführende Materialien und Hintergründe, zum Beispiel unter www.kenn-dein-limit.de sowie die BIÖG-Übersichtsseite mit Ergebnissen unter www.bioeg.de/presse/daten-und-fakten/suchtpraevention.

Eine telefonische Beratung zur Suchtvorbeugung ist unter 0221 - 89 20 31 erreichbar.

Unterm Strich sinkt der Alkoholkonsum junger Menschen deutlich, aber Rauschtrinken bleibt der Bereich, in dem die Zahlen im Alltag weiterhin aufmerksam machen.

Autor:

Thorsten Kornmann aus Karlsruhe

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