Ratten im Garten vermeiden: Was wirklich hilft
- Rattenproblem? Wie man Ratten gar nicht erst anlockt – und was im Ernstfall hilft. (zu dpa: «Auf dem Grundstück: Was hilft gegen Ratten - und was nicht?»)
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Ratten im Garten vermeiden. Die Tiere tauchen meist dort auf, wo leicht zugängliches Futter liegt. Wer typische Futterquellen auf Grundstücken beseitigt und Zugänge zum Haus sichert, kann eine Ansiedlung deutlich erschweren.
Ratten sind in Städten und Siedlungen keine Seltenheit. In Berlin wurden im vergangenen Jahr zum Beispiel 8.734 Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mitteilte. Auch auf der Insel Föhr, die lange als rattenfrei galt, sorgten die Tiere zuletzt für Aufmerksamkeit. Wenn Ratten auf einem Grundstück auftauchen, liegt der Grund häufig im Nahrungsangebot.
«Meist handelt es sich um Futterquellen, wie etwa Speisereste auf dem Kompost, offene Mülllagerung, für Ratten zugängliches Haus- oder Nutztierfutter, Vogel-, Igelfütterung oder Speisereste, die illegal über die Kanalisation entsorgt werden», erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).
Essensreste im Garten oder im Abfluss können die Tiere deshalb gezielt anlocken. Auch Futterreste von Kaninchen oder Hühnern sollten laut Umweltbundesamt nicht offen herumliegen.
Vogelfütterung lockt Ratten oft ungewollt an
Ein häufiger Auslöser ist Vogelfutter im Garten. Heiermann zufolge ist es «schwierig bis unmöglich, das Vogelfutter derart anzubieten, dass Ratten nicht davon profitieren, weil immer etwas davon auf den Boden fallen kann und Ratten zudem sehr gut klettern und springen können.»
Eine Ausnahme können Balkone sein, wenn sie für Ratten nicht erreichbar sind. Im Garten gelten aufgehängte Futterspender mit Auffangteller für herunterfallende Körner als vergleichsweise günstige Lösung. Auch unaufgeräumte Grundstücke können Ratten begünstigen. Laut Umweltbundesamt bieten Gerümpel, Holzstapel oder Abfallhaufen geschützte Nistplätze.
Fallen und Ultraschall gelten als wenig wirksam
Mechanische Fallen sind nach Einschätzung des Umweltbundesamtes meist keine gute Lösung. Wanderratten lassen sich damit schwer fangen. Zudem besteht je nach Fallentyp Verletzungsgefahr für Kinder oder Haustiere.
Auch Heiermann hält wenig von dieser Methode: «Setzt man lediglich Fallen oder Gift ein, so verändert dies nichts an der Ursache, es wird den Tieren nicht gerecht und man muss damit rechnen, dass man weiterhin ein „Rattenproblem“ haben wird, da die Ratten eine hohe Vermehrungsrate haben oder einfach neue Ratten hinzuwandern.»
Rattengift darf in Deutschland nur unter strengen Vorgaben eingesetzt werden. Dabei besteht außerdem das Risiko, dass auch Haus- oder Wildtiere geschädigt werden.
So lassen sich Zugänge zum Haus sichern
Einige bauliche Maßnahmen können verhindern, dass Ratten vom Grundstück ins Gebäude gelangen:
- Rückstauklappen in Abwasserleitungen können verhindern, dass Tiere durch Rohre eindringen.
- Fensteröffnungen lassen sich mit Gittern sichern.
- Tür- und Torspalten können mit Bürstenleisten abgedichtet werden.
Geräte aus Baumärkten, die Ratten mit Ultraschall vertreiben sollen, haben sich laut Umweltbundesamt bisher als wirkungslos erwiesen. Sie halten die Tiere weder zuverlässig fern noch bekämpfen sie eine bestehende Population.
Wenn sich Ratten trotz Maßnahmen ausbreiten oder sogar in Wohnungen gelangen, kann professionelle Hilfe sinnvoll sein. «Beispielsweise durch professionelle Schädlingsbekämpfer oder das Ordnungs- oder Gesundheitsamt, wenn Hausverwaltungen nicht tätig werden», so Heiermann. Entscheidend bleibt meist, mögliche Futterquellen dauerhaft zu beseitigen. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |