Q-Fieber in Rangendingen: Vier Fälle bestätigt
- In Rangendingen gibt es mehrere Fälle von Q-Fieber. Menschen können sich etwa bei Schafen anstecken. (Symbolbild)
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Rangendingen. Für Menschen in Rangendingen gibt es nach mehreren bestätigten Q-Fieber-Fällen wichtige Hinweise: Schwangeren empfiehlt das Landratsamt vorsorglich eine Blutkontrolle, eine Isolation Erkrankter ist nach Behördenangaben nicht nötig.
In der Gemeinde im Zollernalbkreis sind bisher vier Fälle der seltenen Krankheit sicher bestätigt. Ende vergangener Woche hatten mehrere Patienten starke Beschwerden an der Lunge. Eine Arztpraxis in Rangendingen informierte das Gesundheitsamt am 18. September. Noch am selben Tag wurde der erste Fall bestätigt. Bis Mittwoch kamen drei weitere Fälle hinzu.
Das Veterinäramt prüft nun, ob Tiere in der Gegend infiziert sind. Nach Angaben des Landratsamts können vor allem Schafe, aber auch Ziegen und Rinder Q-Fieber haben.
Wie Q-Fieber übertragen wird
Q-Fieber wird durch Bakterien verursacht, die den Namen Coxiella burnetii tragen. Menschen können sich beim Kontakt mit infizierten Tieren anstecken. Möglich ist auch eine Ansteckung durch das Einatmen von Luft oder Staub, die Bakterien enthalten.
Die Erreger können lange in der Umwelt bleiben und mit dem Wind verweht werden. Von Mensch zu Mensch wird Q-Fieber nach Angaben des Landratsamts nicht übertragen. Erkrankte müssen deshalb nicht in Isolation.
Welche Beschwerden auftreten können
Viele Infizierte zeigen keine Symptome. Andere erkranken deutlich. Mögliche Beschwerden sind:
- hohes Fieber
- Schüttelfrost
- Muskel- oder Kopfschmerzen
- Lungenentzündung
- Leberentzündung
Besonders aufmerksam sollten Menschen mit Herzerkrankungen sein. Bei infizierten Schwangeren kann es zu Komplikationen in der Schwangerschaft kommen. Deshalb rät das Landratsamt Schwangeren in Rangendingen zu einer vorsorglichen Blutkontrolle.
Auch nach einer akuten Infektion können Beschwerden anhalten. Das Landratsamt verweist auf das sogenannte Post-Q-Fieber-Fatigue-Syndrom. Dazu gehören Erschöpfung, Konzentrationsschwäche oder Muskelschmerzen. Solche Beschwerden können bis zu zwei Jahre dauern.
Seltene Krankheit in Deutschland
Q-Fieber tritt weltweit auf, mit Ausnahme von Neuseeland und der Antarktis. In Deutschland wurden nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in den vergangenen 20 Jahren jährlich zwischen 50 und 400 Fälle gemeldet.
Im Zollernalbkreis gab es zuletzt 2019 einen größeren Q-Fieber-Ausbruch. Das Landratsamt vermutet, dass die jüngste Trockenheit das jetzige Geschehen begünstigt hat. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |